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15.000 Neuinfektionen: Bolsonaros Corona-Mittel wirken nicht | BR24

© dpa/pa, Van Campos

Friedhof in Sao Paulo, Brasilien

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    15.000 Neuinfektionen: Bolsonaros Corona-Mittel wirken nicht

    Fast 15.000 Neuinfektionen, immer mehr Todesfälle bei Ureinwohnern und ein Gesundheitsminister, der nach knapp vier Wochen hinschmeißt: Brasiliens Präsident Bolsonaro gerät in der Corona-Krise immer stärker unter Druck.

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    In Brasilien breitet sich das Coronavirus immer stärker aus: Inzwischen hat das Land die vierthöchste Infektionszahl weltweit registriert - und damit mehr Fälle als Spanien und Italien. Das Gesundheitsministerium meldete in 24 Stunden 14.919 Neuinfektionen. Insgesamt sind damit 233.142 Fälle bekannt. Mehr Ansteckungsfälle gibt es nur in den USA, Russland und Großbritannien. Dabei wird in Brasilien deutlich weniger getestet als in anderen Ländern. Die Dunkelziffer dürfte daher weit höher sein.

    Ureinwohner zunehmend bedroht

    Auch die Zahl der Todesfälle steigt rapide. Allein im Bundesstaat São Paulo starben bisher 4.688 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Todesfälle in Brasilien in den vergangenen 24 Stunden um 816 auf 15.633.Ureinwohner bedroht

    Die Corona-Pandemie bedroht dabei zunehmend auch die Ureinwohner des Landes. 38 indigene Völker sind bereits betroffen, meldete zuletzt die Vereinigung der Ureinwohner Apib. Das Virus erreiche mit "beängstigender Geschwindigkeit" alle Gebiete der Ureinwohner. Die indigenen Völker waren bereits in der Vergangenheit immer wieder durch eingeschleppte Krankheiten betroffen. Laut Apib haben sich mehr als 440 Ureinwohner mit dem Virus angesteckt. 92 sind demnach an den Folgen gestorben.

    Druck auf Bolsonaro wächst

    Die hohen Infektionszahlen dürften auch den Druck auf Präsident Jair Bolsonaro weiter erhöhen. Bolsonaro hat die Gefahr lange geleugnet und von einer "kleinen Grippe" gesprochen. Immer wieder protestieren zahlreiche Menschen gegen den Kurs des weit rechts stehenden Politikers im Kampf gegen das Virus. Die Gouverneure vieler Bundesstaaten haben sich inzwischen gegen Bolsonaro gestellt und strikte Ausgangsbeschränkungen erhoben.

    Weiterer Rücktritt

    Bolsonaro kritisiert die Beschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Gouverneure. Er argumentiert, die Einschränkungen seien für die Wirtschaft des Landes nicht tragbar. Im Streit hat Bolsonaro erst am Freitag den zweiten Gesundheitsminister innerhalb eines Monats verloren. Nelson Teich trat nach 27 Tagen Amtszeit zurück. Einen Grund nannte er nicht. Allerdings hatte Bolsonaro seinen Gesundheitsminister angewiesen, das umstrittene und nicht auf seine Wirksamkeit geprüfte Malariamedikament Chloroquin bei Corona-Infizierten einzusetzen. Teich, der Arzt ist, hatte sich dagegen ausgesprochen.

    Teichs Vorgänger Luiz Henrique Mandetta war im April ebenfalls wegen Unstimmigkeiten im Umgang mit der Corona-Krise von Bolsonaro entlassen worden.

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