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100 Jahre DRK: Rettungshunde retten Leben | BR24

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Rettungshunde-Ausbildung beim DRK (Symbolbild)

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    100 Jahre DRK: Rettungshunde retten Leben

    Vor 100 Jahren wurde das Deutsche Rote Kreuz in Bamberg gegründet. In Kempten ist eine Rettungshundestaffel für das Bayerische Rote Kreuz aktiv. Und es gibt Nachwuchs: Mark Hofmann bildet gerade seinen Schäferhund-Welpen Ballou zum Rettungshund aus.

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    Von
    • Tom Fleckenstein

    Fast jede Woche geht der Alarm los. Wenn ein Mensch vermisst wird, rückt sie aus: Die BRK-Rettungshundestaffel in Kempten. Rund um die Uhr ist sie einsatzbereit. An 365 Tagen im Jahr. Für den neun Wochen alten Schäferhund-Welpen Ballou ist es der allererste Ausbildungstag zum Rettungshund.

    Zwei Jahre Ausbildung zum Trümmerhund

    Zwei bis drei Jahre dauert die Ausbildung. Je früher Ballou beginnt, desto schneller kann er Leben retten. Zweimal die Woche müssen er und sein Herrchen Mark Hofmann üben. Die Hundetrainerin weiß auch schon, worauf er sich spezialisieren könnte.

    "Er soll vielleicht mal ein Trümmerhund werden. Die müssen über unangenehmes Material laufen, die müssen über Leitern klettern können und das bringen wir ihm spielerisch bei." Ulrike Tiebel, Ausbildungsleiterin BRK-Rettungshundestaffel Oberallgäu

    Einsatz bei Gasexplosion

    Trümmerhunde kann die Rettungsstaffel gut gebrauchen:

    "Wir hatten schon oft Trümmereinsätze nach Gasexplosionen. Das heißt, dass die Hunde in einem zusammengebrochenen Gebäude nach den Vermissten suchen, dass man die orten kann und dann möglichst schnell an der Stelle, wo sie vermutet werden, bergen kann und retten." Mark Hofmann, BRK-Rettungshundestaffel Oberallgäu

    Im Mai 2019 explodierte in Rettenbach ein Einfamilienhaus. Wahrscheinlich wegen einer defekten Gasleitung. 350 Rettungskräfte waren im Einsatz. Auch das Team aus Kempten.  

    "Wenn so ein komplettes Haus dem Erdboden gleichgemacht worden ist, dann in den Untergrund dieses Hauses reinzugehen, das ist krass. Irgendwann zeigt der Hund an einer Stelle an. Und Du kannst sagen: 'Ich gehe davon aus, dass da unten jemand liegt.' Im Endeffekt wurde dann ja auch an der Stelle leider der tote Vater gefunden." Sonja Bingger, BRK-Rettungshundestaffel Oberallgäu

    Die Mutter konnte schwerverletzt geborgen werden. In 70 Prozent der Fälle sind Rettungshunde erfolgreich und deshalb bei der Suche unersetzlich. Das liegt vor allem an ihrem guten Geruchssinn. Die Rasse spielt keine große Rolle. Viel wichtiger ist die Ausdauer.

    Aufbauarbeit im Iran

    Der 50-jährige Mark Hofmann ist Betriebswirt von Beruf und engagiert sich ehrenamtlich für das Rote Kreuz als Rettungssanitäter und in der Rettungshundestaffel. Schon über zwanzig Mal war er auch schon im Iran nach Erdbeben im Einsatz. Zusammen mit der Partnerorganisation "Roter Halbmond" baute er in der Nähe von Teheran eine Rettungshundestaffel auf.

    "Mittlerweile haben wir 74 Teams im Iran. Nach dem Erdbeben 2017 haben sie einige Lebendfunde gehabt. Das heißt, die sind wirklich erfolgreich." Mark Hofmann, BRK-Rettungshundestaffel Oberallgäu

    Ohne Ehrenamt gehrt gar nichts

    Die Rettungshundestaffel Oberallgäu wird für ihre Einsätze nicht bezahlt. Sie muss sich über Spenden finanzieren. Das Team arbeitet ehrenamtlich. Seine Mitglieder verbinden die Leidenschaft zu ihren Hunden mit sinnvollem Engagement. Ballou ist noch ein Zwerg. Aber nach Abschluss der Prüfung zum Rettungshund übernehmen er und sein Herrchen Mark Hofmann eine wichtige Aufgabe: Leben retten.

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