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10-Punkte-Plan: Ende der türkischen Millitäroffensive? | BR24

© dpa/pa

Recep Tayyip Erdogan (L) und Ruslands Präsident Vladimir Putin

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10-Punkte-Plan: Ende der türkischen Millitäroffensive?

Erdogan spricht von einer "historischen Vereinbarung". Er hatte zuvor stundenlang mit Putin darüber verhandelt, wie es in Nordsyrien nach dem Einmarsch türkischer Truppen weitergehen sollte. Beide Staatschefs einigten sich auf einen 10-Punkte-Plan.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat das Ergebnis seines Treffens mit Kremlchef Wladimir Putin als „historisch“ gewürdigt. „Heute haben wir mit Herrn Putin in Sachen Terrorbekämpfung, Gewährleistung der Integrität Syriens und der politischen Einheit sowie der Rückkehr der Flüchtlinge eine historische Vereinbarung unterzeichnet“, sagte Erdogan in Sotschi.

Längere Waffenruhe vereinbart

Russland und die Türkei haben für den Norden Syriens in mehr als sechsstündigen Verhandlungen eine längere Waffenruhe ausgehandelt. Die Frist von 150 Stunden, in der sich die kurdischen Kämpfer 30 Kilometer von einer Grenzgegend wegbewegen würden, werde am Mittwoch um Mittag beginnen. Putin und Erdogan vereinbarten zudem gemeinsame Patrouillen in der Region, wie der russische Außenminister Sergej Lawrow in Sotschi mitteilte.

Ende der türkischen Militäroffensive?

Ein Abkommen zwischen Russland und der Türkei geht nach Angaben des russischen Außenministers mit einem Ende der türkischen Militäroffensive im Nordosten Syriens einher. Die Vereinbarung zwischen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Dienstag in Sotschi bedeute, „das Blutvergießen zu beenden, den Einsatz zu beenden, der in der Welt eine widersprüchliche Reaktion hervorgerufen hat“, sagte Lawrow.

Unter dem Abkommen darf die Türkei ihre Soldaten in Gegenden im Nordosten Syriens belassen, die sie seit dem Beginn der Offensive am 9. Oktober eingenommen haben. Russische Soldaten und das syrische Militär bekommen die Kontrolle über den Rest der syrisch-türkischen Grenze. Gemäß dem Abkommen sollen sich kurdische Kämpfer aus dem 30 Kilometer breiten Grenzgebiet zurückziehen. Zudem verständigten sich Putin und Erdogan darauf, die "freiwillige" Rückkehr von syrischen Flüchtlingen aus der Türkei nach Syrien zu ermöglichen. Die Türkei will nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Flüchtlinge in der "Sicherheitszone" neu ansiedeln.

Einmarsch im Norden Syriens

Die Türkei hatte am 9. Oktober zusammen mit syrischen Rebellen einen Feldzug gegen die Kurdenmiliz YPG im Norden Syriens begonnen. Die Türkei betrachtet die YPG, die an der Grenze zur Türkei ein großes Gebiet kontrolliert, als Terrororganisation. Für die USA waren die Kurdenkämpfer lange enge Verbündete im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Am vergangenen Donnerstag hatten die USA und die Türkei die erste fünftägige Feuerpause vereinbart, die von der Kurdenmiliz akzeptiert wurde. Sie sollte der YPG Gelegenheit geben, sich aus einer Zone im Grenzgebiet zurückzuziehen, die die Türkei unter ihre alleinige Kontrolle bekommen möchte.

© BR

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