Anträge auf Neubauförderung können ab März gestellt werden
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Einfamilienhäuser im Bau

    Anträge auf Neubauförderung nach neuen Kriterien ab März möglich

    Familien, Wohnungsunternehmen und Genossenschaften können ab März Anträge auf Neubauförderung nach neuen Kriterien stellen. Das bestätigte das Bundesbauministerium, ohne Details zu nennen. Die Bauindustrie spricht dagegen von einer Enttäuschung.

    Ab März sollen Bauherren bei der Förderbank KfW wieder Anträge auf Neubauförderung nach den neuen Kriterien stellen können. Eine Sprecherin des Bundesbauministeriums bestätigte den Termin nun gegenüber dem "Handelsblatt". Das Ministerium hatte das neue Förderprogramm 2022 angekündigt, aber bisher kein endgültiges Datum für den Antrags-Start genannt. Am Mittwoch soll es dazu mehr Details geben, sagte die Sprecherin des Bauministeriums.

    Insgesamt 1,1 Milliarden für Neubauförderung

    Bauträger und Bauwirtschaft warten seit langem auf die neuen Förderkonditionen, genauere Angaben gibt es dazu bislang nicht. Bekannt ist, dass das Volumen für die Neubauförderung insgesamt bei 1,1 Milliarden Euro liegen soll, verbunden mit hohen Standards für energieeffizientes Bauen.

    Davon sollen ab Juni 350 Millionen Euro für die Förderung klimafreundlicher Eigenheime zur Verfügung stehen. Berechtigt sind Familien mit einem Jahreseinkommen bis 60.000 Euro plus 10.000 Euro je Kind, wie Geywitz kürzlich der "Welt am Sonntag" sagte. Die 350 Millionen Euro im Jahr stehen demnach für ein Programm der staatlichen Förderbank KfW mit zinsgünstigen Krediten bereit. Bei einer Zinsverbilligung sei der Hebel besser als bei jährlichen Direktzahlungen nach dem Kauf, hatte Geywitz argumentiert.

    750 Millionen für klimafreundliche Eigenheime

    750 Millionen Euro sind für alle anderen Antragsteller gedacht, etwa für Wohnungskonzerne, Genossenschaften Einzelpersonen. Diese Anträge sollen ab März bei der KfW gestellt werden können. Subventioniert werden soll vor allem die Sanierung im Bestand, da der Klimaschutzeffekt laut Bundeswirtschaftsministerium hier viel größer ist als im Neubau.

    Im vergangenen Jahr waren die alten Förderprogramme nach einer Antragsflut gestoppt worden. Daraufhin hatte die Bundesregierung eine grundlegend umgestaltete Neubauförderung für 2023 angekündigt.

    Baubranche beklagt geringes Fördervolumen

    Die Bauindustrie spricht angesichts des Förder-Umfangs von einer herben Enttäuschung. "Die Förderhöhe ist so gering, dass sich wahrscheinlich nicht einmal der Verwaltungsaufwand lohnt", sagte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. Die Bundesregierung lasse Mieterinnen und Mieter im Stich.

    Daniel Föst, bau- und wohnungspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, sagte dem "Handelsblatt": "Die Neubauförderung braucht mehr Mittel, wenn wir unsere Neubauziele erreichen wollen." Im Fördertopf für die energetische Sanierung lägen Milliarden. "Was da übrig bleibt, sollte in die Neubauförderung fließen", forderte Föst.

    Ministerin: Neubauziel nicht erreichbar

    Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) hatte bereits mehrfach eingeräumt, dass das von der Regierung ausgegebene Neubauziel von 400.000 Wohnungen pro Jahr derzeit nicht umsetzbar sei. "Ich gehe nicht davon aus, dass die Zahl von 400.000 Wohnungen in den Jahren 2022 und 2023 erreichbar ist", sagte sie zuletzt dem Portal Web.de News.

    Geywitz verwies dabei auf verschlechterte Rahmenbedingungen durch den Krieg in der Ukraine, der zu steigenden Zinsen sowie Lieferengpässen geführt habe. Im Grundsatz will Geywitz aber an der Vorgabe von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr festhalten. Das Ziel sei, "durch Vorfertigung und Digitalisierung 2024 und 2025 an diese Zahl heranzukommen", sagte sie.

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