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Ex-Rapper Deutscher IS-Terrorist Denis Cuspert alias Deso Dogg offenbar tot

Der IS-Terrorist und frühere Berliner Rapper Denis Cuspert, alias Deso Dogg, ist offenbar bei Kämpfen in Syrien getötet worden. Das meldete die US-Organisation Site Intelligence Group unter Berufung auf Medien, die der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahestehen.

Von: Birgit Gamböck und Joseph Röhmel

Stand: 19.01.2018

Der deutsche Dschihadist Denis Cuspert | Bild: picture-alliance/dpa

Er ist Deutschlands bekanntester Dschihadist und er war schon mehrere Male für tot erklärt worden. Jedes Mal stellten sich die Berichte jedoch als falsch heraus. Auch dieses Mal ist Vorsicht geboten. Doch es kursiert ein Bild auf Twitter, das einen Toten zeigt, der Denis Cuspert zumindest sehr ähnlich sieht - auch wenn das Gesicht verletzt und teilweise entstellt ist. Wir zeigen es hier nicht, weil es sehr blutig ist.

Auch die Quelle, die das Foto im Internet teilte, gilt als sehr seriös. Es ist die auf die Auswertung dschihadistischer Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group (Site). Die Leiterin der US-Organisation, Rita Katz, gilt als gut informierte Expertin.

Deso Dogg in Raranidsch getötet

Ihren Informationen zufolge soll Cuspert, der zuletzt den Namen Abu Talha al-Almani trug, am Mittwoch in der Stadt Raranidsch in der syrischen Provinz Dair as-Saur getötet worden sein. Dem IS nahe stehende Medien hätten Fotos von der blutbefleckten Leiche Cusperts verbreitet, hieß es weiter. Die Terrormiliz selbst bestätigte den Tod des 42-Jährigen aber nicht. Es gab bislang auch keine Bestätigung von Sicherheitsbehörden in den USA oder Deutschland, doch das ist auch nicht üblich.

Laut Site war Cuspert bei der Belagerung der ehemaligen IS-Hochburg Rakka bereits mehrfach verwundet worden. Auch wenn sein Tod bereits früher häufiger gemeldet worden sei, sei es dieses Mal wegen der Details und Fotos glaubwürdiger.

Scharfmacher der Terrormiliz

Cuspert spielte Experten zufolge für den IS eine wichtige Rolle als Scharfmacher und Propagandist. Er wurde als brutaler Krieger in Szene gesetzt, rief in zahlreichen IS-Videos zu Gewalt auf und drohte mit islamistischen Anschlägen. So sollten Waffenbrüder in Deutschland für den Kampf in Syrien und im Irak rekrutiert werden.

Der in Berlin-Kreuzberg geborene Cuspert geriet als Jugendlicher auf die schiefe Bahn, landete wegen einer Messerstecherei im Gefängnis. Später versuchte er sich als Gangsta-Rapper - mit mäßigem Erfolg. Dann traf er auf Salafisten, darunter der radikale Prediger Pierre Vogel. 2010 soll er zum Islam konvertiert sein, 2014 sich dem IS angeschlossen haben. Die Bundesregierung stuft ihn als Terroristen ein. Anfang 2015 setzten die USA den Deutschen auf ihre Terroristenliste.

150 Tote aus Deutschland

Immer wieder sterben Menschen aus Deutschland für den IS in Syrien und im Irak. Rund 150 Personen sind es nach Angaben des Bundeskriminalamtes bislang. Das Bayerische Innenministerium geht von neun Männer aus dem Freistaat aus. Prominentestes Todesopfer war der Allgäuer Erhan A.


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Olli aus Opp, Freitag, 19.Januar, 12:26 Uhr

9. Na und?

Da ist also ein deutsch-islamischer Terrorist den Heldentod für Allah gestorben? Na und....
Jeder ist seines Glückes Schmied und da hat sich wohl einer ganz kräftig mit dem Hammer auf den Daumen gehauen....
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Stephan, Freitag, 19.Januar, 12:18 Uhr

8. Wenn intressiert das?

.... der Typ ist doch völlig unwichtig?!
Warum tituliert Ihr die Terroristen ständig als "Kämpfer" ?
Wehrlosen Menschen die Köpfe abschneiden ist keine Heldentat und unehrenhaft ...
Frauen müssen sich verschleieren um "keusch und vor Blicken geschützt zu sein" und die Herren Vergwaltigen erstmal nach Herzenslust,
was für eine Doppelmoral ...
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ceterum censeo, Freitag, 19.Januar, 11:18 Uhr

7. Schuld der Entente

Dass in Nahost kein Frieden einkehrt ist Schuld des Westen. Briten, Franzosen, Amerikaner haben willkürliche Grenzen gezogen (Sykes-Picot 1916) und Kunststaaten wie den Irak geschaffen. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker (Woodrow Wilson) mißachtet, ansonsten gäbe es andere Grenzen und Staaten wie Kurdistan.
Ich hege keine Sympathie für Islamisten.
Aber unsere Hände in Unschuld zu waschen ist Heuchelei.

  • Antwort von Elisabeth, Freitag, 19.Januar, 11:37 Uhr

    Beim Sykes-Picot - Abkommen waren aber die Deutschen nicht mit dabei.
    Es war überhaupt ein Glücksfall der Geschichte, daß nach dem Ersten Weltkrieg den Deutschen die ganzen ehemaligen Kolonien abgenommen wurden.

  • Antwort von OlliausOpp, Freitag, 19.Januar, 12:32 Uhr

    Stimmt.....Und weil ein paar realitätsfremde Actionjunkies, die Religion als Deckmantel für Ihre Lust an Gewalt vorschieben, greifen wir einfach auf 100 Jahre alte Fehler zurück, um uns eine Mitschuld einzureden......

    Des iss kronk

elisabeth, Freitag, 19.Januar, 11:02 Uhr

6. Selber schuld!

Mein Mitleid hält sich absolut in Grenzen. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Woidtruderinger, Freitag, 19.Januar, 10:49 Uhr

5. Keine Meldung wert

Keine Meldung wert,zumindest keine solche.
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