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Proteste in Augsburg Kundgebung "Zeig Dich Aux" gegen AfD

Rund 5.000 Menschen haben in Augsburg gegen den Bundesparteitag der AfD protestiert. Die Demonstrationen verliefen weitgehend friedlich: Auseinandersetzungen gab es aber im Bereich der Messe. Und: Oberbürgermeister Gribl wurde bei einer Rede mit Tomaten und Eiern beworfen.

Stand: 30.06.2018

30.06.2018, Bayern, Augsburg: Zahlreiche Demonstranten stehen während der Kundgebung gegen den Bundesparteitag der AfD auf dem Rathausplatz in Augsburg. Am 30.06. und 01.07. findet auf der Messe in Augsburg der AfD-Bundesparteitag statt. Foto: Matthias Balk/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Matthias Balk

Die Augsburger Polizei hat nach Tag eins des Bundesparteitags der AfD ein überwiegend positives Fazit gezogen. Wie Polizeisprecher Thomas Rieger betont, sind gewalttätige Ausschreitungen oder Randale weitestgehend ausgeblieben, es gab keine Festnahmen:

"Zum einen konnte der Bundesparteitag der AfD stattfinden, das war das eine Ziel. Ein weiteres Ziel war, dass jeder der sich friedlich versammeln und seine Meinung äußern wollte das auch tun konnte."

Polizeisprecher Thomas Rieger

Laut Polizei gab es kleinere Auseinandersetzungen im Bereich der Messe. Demonstranten hätten versucht, über die Absperrungen zu klettern. Sie wurden von Polizeibeamten durch Drücken und Schieben daran gehindert. Gegen drei dieser Demonstranten wurde auch Pfefferspray eingesetzt – zwei wurden dadurch leicht verletzt.

Friedlicher Protestzug, Eier-Würfe gegen Gribl

Am Augsburger Königsplatz trafen am Mittag zwei Protestzüge zusammen, danach ging es weiter zum Rathausplatz. Nach Polizeiangaben beteiligen sich dort rund 5.000 Menschen an den Protesten. Die Polizei ist an diesem Wochenende mit einem Aufgebot von rund 2.000 Beamten vor Ort.

Bei einer Rede von Oberbürgermeister Kurt Gribl kam es zu einem Zwischenfall: Er wurde auf der Bühne vor dem Rathaus von Teilnehmern mit Eiern und Tomaten beworfen. Gribl unterbrach seine Rede allerdings nicht. Polizeibeamte in schwerer Montur bezogen umgehend Stellung vor der Bühne, um Übergriffe zu verhindern. Es folgten Rangeleien mit etwa 20 Antifa-Aktivisten, die von Sicherheitsleuten und der Polizei zurückgedrängt wurden. Schließlich gelang es, die Lage wieder zu beruhigen.

"Da ist einiges geflogen aber nichts hat getroffen", sagte Gribl im Anschluss. Er verurteilte die Aktion scharf.

"Der ganze Rathausplatz war voller Leute. Tausende in friedlicher Grundhaltung. Und dann war ein Block der auf Krawall gebürstet war. Wenn man da das Feld räumt dann braucht man keine Veranstaltung mehr durchführen und keinen gemeinsamen Nenner mehr suchen. Aber das ist die permanente Aufgabe in der Friedensstadt Augsburg."

Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl

Nach Gribl sprach Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) und rief zum Widerstand gegen "Hass und Hetze" auf. Der AfD-Parteitag sei kein Spiel, sondern "ein Angriff auf die Grundlagen unserer Demokratie".

Hunderte demonstrieren gegen stark geschützte Pegida-Veranstaltung

Am Rand des Augsburger Königsplatzes hat eine Dauer-Kundgebung von Pegida-Mitgliedern begonnen. Genau zehn Mitglieder der "Patriotischen Europäer gegen eine Islamisierung des Abendlands" waren aus München angereist, um ihre Sympatie für den AfD-Parteitag zu demonstrieren. Sie haben Plakate mit "Pegida-Thesen" aufgestellt, beschränken sich sonst aber auf das Abspielen von Musik.

Geschützt wurden die Pegida-Mitglieder nicht nur von etwa 100 Polizeibeamten sondern auch von einem doppelten Ring aus Absperrgittern. Nur in kurzen Musik-Pausen waren die Gegendemonstranten mit Rufen wie "Nieder mit Pegida" und "Haut ab!" oder "Nazis raus!" zu hören.


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