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Proteste in München Mehr als 2.000 Menschen demonstrieren gegen Sicherheitskonferenz

Mehr als 2.000 Menschen haben dem sehr dichten Schneefall in München getrotzt. Sie zogen durch die Innenstadt, um gegen die Sicherheitskonferenz zu demonstrieren. Laut Polizei verlief die Veranstaltung absolut friedlich.

Von: Henning Pfeifer

Stand: 17.02.2018

Demonstranten protestieren gegen die Münchner Sicherheitskonferenz. | Bild: dpa-Bildfunk/Sebastian Gabriel

Die Demonstranten waren von nah und fern angereist - wie Roy und seine Familie, sie kommen aus Sachsen.

"Für uns sind Abrüstung und Frieden der Grund, warum wir hier sind. Wir verbinden die Sicherheitskonferenz immer mit unserem Winterurlaub."

Roy aus Sachsen

4.000 Teilnehmer waren zur zentralen Demonstration angemeldet, am Ende waren es laut Polizei etwas mehr als 2.000. Sie trotzten dem sehr dichten Schneefall und zogen in einem größeren Bogen um den Bayerischen Hof herum, den Tagungsort der Sicherheitskonferenz.

"Dick eingepackt, dann geht das schon - weil: Das ist so wichtig, da darf man sich vom Wetter nicht irritieren lassen."

Demonstrantin

So tragen die Menschen ihren Protest auf die zunehmend verschneiten Straßen. "Nein zum Krieg", steht auf einem Transparent, "Nato auflösen" auf einem anderen. Oder: "Krieg kennt keine Sieger". Ein besonderes Anliegen der Demonstranten in diesem Jahr ist es, die türkische Militäraktion im Kurdengebiet Nordsyriens zu verurteilen.

"Ich bin hauptsächlich wegen des Überfalls der Türken auf Afrin da."

Demonstrantin

Drei Festnahmen

Der Protestzug endete am Münchner Marienplatz, viele flüchteten vor Schnee und Kälte, einige Hundert nahmen die Schlusskundgebung mit. Die Polizei begleitete den Zug, eingreifen musste sie so gut wie nicht, berichtet Münchens Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins.

"Wir hatten keinerlei Störungen. Es gab keinerlei gewaltsame Auseinandersetzungen. Als Polizei sind wir sehr zufrieden mit dem Verlauf."

Marcus da Gloria Martins

Nur drei Festnahmen gab es. Ein Mann habe ein Porträt des Vorsitzenden der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, gezeigt. Zwei Männer sollen ein Messer bei sich gehabt haben. Generell hatte es im Vorfeld der Demonstration Diskussionen gegeben, welche Symbole gezeigt werden dürfen und welche nicht.

Polizei: Deeskalationsstrategie erfolgreich

"Da gibt es zwei Dinge zu resümieren. Erstens: Die sind nur ganz vereinzelt gezeigt worden. Und unsere Bemühungen, das Ganze kommunikativ zu regeln, indem wir zum Beispiel Deeskaltions- und Kommunikationsbeamte in die Gruppe hineinschickten und auf die Problemstellung hinwiesen, hat auch dazu geführt, dass offensichtlich mitgeführte Fahnen nicht gezeigt wurden."

Marcus da Gloria Martins

Möglicherweise werden noch einige Demonstrationsteilnehmer wegen verbotener Fahnen nachträglich angezeigt.


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