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Stamm fordert Zurückhaltung von Scheuer | BR24

© pa/dpa

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer

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    Stamm fordert Zurückhaltung von Scheuer

    Mit seinem lockeren Spruch vom "schlimmen Senegalesen" sorgt CSU-Generalsekretär Scheuer für immer größere Empörung, vor allem bei Kirchenvertretern. Aber auch in der CSU distanzieren sich erste Parteifreunde von Scheuer. Von M. Kehrer und U. Scherr

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    Die stellvertrende CSU-Chefin und Präsidentin des Bayerischen Landtages, Barbara Stamm, mahnte den Generalsekretär zu Mäßigung. Am Rande der Fraktionsklausur in Kloster Banz sagte sie, selbst wenn ein Generalsekretär die Dinge eher mal beim Namen nennen dürfe, solle man da zurückhaltender sein, vor allem in der Sprache. Auch andere CSU-Abgeordnete distanzieren sich von Scheuer, wollen aber nicht namentlich genannt werden.

    Parteichef Seehofer wertete Scheuers Zitat dagegen als Missverständnis. Er könne aus den Äußerungen des Generalsekretärs nicht erkennen, dass er sich gegen die Kirchen gewandt habe oder gegen die Sportvereine und deren Arbeit oder gegen die ehrenamtliche Bevölkerung, so Seehofer.

    Ein Zitat im Presseclub

    Andreas Scheuer, der auch Bezirksvorsitzender der CSU in Niederbayern ist, hatte am Donnerstag im Regensburger Presseclub im Zusammenhang mit der Debatte um die Abschiebepraxis gesagt, "das Schlimmste" sei "ein fußballspielender, ministrierender Senegalese". "Der ist drei Jahre hier - als Wirtschaftsflüchtling - den wirst du nie wieder abschieben."

    Kirchenvertreter empört

    Empört zeigte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. "Diese Tonlage ist nicht hilfreich für die Integration Hunderttausender Flüchtlinge", sagte Marx. Mit Blick auf die politische Debatte warnte er davor, Ressentiments gegen andere Kulturen und Religionen zu schüren.

    Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, zeigt sich entsetzt. "So redet man nicht über Menschen", solche Sätze seien "Futter für Rechtspopulisten", sagte der bayerische Landesbischof.