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Bogenförmig erhebt sich die Seitentribüne des Stade de la Beaujoire - Louis Fonteneau in der am Atlantik gelegenen Hafenstadt Nantes.

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    Sicherheitsmängel in französischem Stadion in Nantes

    Kurz vor Beginn der Fußball-EM in Frankreich haben ARD-Reporter erhebliche Lücken bei Einlasskontrollen offengelegt. Bei einem Testspiel der französischen Nationalelf schmuggelten sie problemlos drei Ketchup-Flaschen ins Stadion von Nantes.

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    Das Testergebnis wirft Fragen nach der Qualität der Sicherheitsvorkehrungen bei der EM auf. Die sollten nach den Terroranschlägen von Paris im November 2015 eigentlich so scharf sein wie nie zuvor bei einem vergleichbaren Turnier.

    Drei Ketchup-Flaschen eingeschmuggelt

    Die vier Mitglieder des Teams ARD-Radio-Recherche Sport hatten die Eintrittskarten zum Spiel Frankreich – Kamerun (30. Mai) über das Internet bezogen. Vor Ort nutzten die Journalisten reguläre Stadionzugänge. Drei Ketchup-Flaschen aus Plastik wurden ohne größeren Aufwand am Körper und in einem Fall in einer Handtasche versteckt. Auf diese Weise gelangten sie unentdeckt durch zwei Personenkontrollen am Stadioneinlass auf die Tribüne.

    Lediglich ein Redakteur flog auf. Er hatte versucht, eine verschlossene 0,5-Liter-Getränkedose durch die Kontrolle zu schmuggeln.

    Ein Sprengsatz in der Größe der eingeschmuggelten Ketchup-Flaschen könnte eine verheerende Explosion verursachen.

    UEFA verspricht bessere Kontrollen

    Als Reaktion auf die unwirksamen Einlasskontrollen verwies die UEFA darauf, dass der Austragungsort des Testspiels, das Stade de la Beaujoire in Nantes, kein EM-Stadion sei und bei derartigen Testspielen der Gastgeberverband die Verantwortung für die Sicherheit trage.

    Der Geschäftsführer der Turnierorganisation, Martin Kallen, bewertete das Ergebnis als „nicht gut“, sprach mit Blick auf die anstehende Europameisterschaft aber von einem "ganz anderen Niveau als das, was Sie in Nantes angetroffen haben".