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Papst Franziskus über die Liebe | BR24

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Papst Franziskus ist der erste Pontifex der katholischen Kirche, der nicht aus Europa stammt. Jorge Mario Bergoglio, so sein bürgerlicher Name, wurde in Argentinien geboren. Die kritische Haltung des Papstes ist eine spannende Ausgangsposition für die Verleihung des Aachener Karlspreises an das Kirchenoberhaupt, die diesmal ausnahmsweise im Vatikan stattfindet.

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    Papst Franziskus über die Liebe

    Der Papst verlangt von seinen Glaubensbrüdern mehr Realismus. Priester dürften die moralischen Gesetze nicht anwenden, als seien es Felsblöcke, die man auf das Leben der Menschen wirft, steht unter anderem in seinem Schreiben über Ehe und Familie.

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    Wer allerdings auf neue Regeln hofft und auf Reformen, der wird von diesem Dokument enttäuscht sein. Papst Franziskus schreibt das auch gleich am Anfang:

    "Nicht alle doktrinellen, moralischen oder pastoralen Diskussionen müssen durch ein lehramtliches Eingreifen entschieden werden." Papst Franziskus

    Dabei hatten viele genau darauf gehofft: wie will die katholische Kirche mit Homosexuellen umgehen, von denen es im Katechismus, also dem maßgeblichen Text in Glaubensfragen, heißt, man müsse ihnen mit „Achtung, Mitleid und Takt begegnen“? Was ist wenn Ehen scheitern, Menschen erneut heiraten und trotzdem zur Kommunion gehen wollen, was bisher nicht geht? Keine Antwort auf diese drängenden Fragen, Enttäuschung ist vorprogrammiert, doch Christoph Kardinal Schönborn, der Erzbischof in Wien, der heute das Dokument in Rom vorgestellt hat, wehrt sich gegen eine verengte Sicht auf das Thema Ehe und Familie, er sagte im Radio Vatikan:

    "Manche Enttäuschungen entstehen dadurch, dass wir auf einen bestimmten Punkt hinschauen und völlig fixiert sind. Viel zu einseitig auf eine Frage hin konzentrierte Aufmerksamkeit. Mir hat Papst Franziskus einmal in einem Gespräch gesagt: è una trappola, diese Verengung auf die eine Frage dürfen sie oder dürfen sie nicht zur Kommunion gehen, ist eine Falle." Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn

    Wenn man aus dem päpstlichen Schreiben eine Regel ableiten will, dann die, dass es keine starre Regel gibt. Das ist unbequem für die Konservativen, die auch während der Synode auf die reine Lehre gepocht hatten.

    Die spannende Frage wird nun vor allem sein: was machen die Ortskirchen aus diesem päpstlichen Schreiben? Wird es in den Schubladen verschwinden, wie viele andere nachsynodale Schreiben? Oder wird es den Versuch geben, die Freiräume zu besetzen, die der Papst angedeutet hat? Der Ball liegt nun nicht mehr in Rom, sondern bei den Bischöfen weltweit.