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Linksbündnis Podemos überholt Sozialisten in Spanien | BR24

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Parlament in Madrid

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    Linksbündnis Podemos überholt Sozialisten in Spanien

    Für die spanischen Konservativen droht sich bei der Parlamentswahl das Schicksal des Urnengangs vom Dezember zu wiederholen: Die meisten Stimmen, aber keine Mehrheit. Ein junges Linksbündnis sieht sich auf der Überholspur.

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    Das Linksbündnis Unidos Podemos hat bei der Parlamentswahl in Spanien offenbar die traditionsreiche sozialistische Arbeiterpartei PSOE überholt. Ersten Prognosen vom Sonntagabend zufolge kam Unidos Podemos auf 25,6 Prozent und wurde damit zweitstärkste Kraft hinter den bisher regierenden Konservativen, die 28,5 Prozent der Stimmen erzielten. Diese Zahlen nannte das Staatsfernsehen TVE nach Schließung der Wahllokale unter Berufung auf das Meinungsforschungsinstitut Sigma Dos.

    Dieser Aufstieg des Linksbündnisses sorgte in Europa nur wenige Tage nach dem Brexit-Schock allerdings erneut für Alarmstimmung. Denn die Mandate von Unidos Podemos und PSOE könnten möglicherweise für ein regierungsfähiges Bündnis in dem 350 Sitze zählenden Parlament reichen: Die Sozialisten kamen trotz Verlusten auf 22 Prozent, was laut TVE zwischen 81 und 85 Sitzen bedeutet. Unidos Podemos kann den Prognosen zufolge mit 91 bis 95 Mandaten rechnen. Sie tritt unter anderem für einen besseren Arbeitnehmerschutz, mehr Sozialstaat und höheren Mindestlohn ein in dem Land, das sich erst langsam von einer schweren Wirtschaftskrise erholt.

    Allerdings war eine solche Koalition im linken Lager bereits nach dem knappen Ausgang der ersten Parlamentswahl vom Dezember nicht zustande gekommen. Unter anderem ist Podemos dafür, dass die Katalanen ein Referendum über eine Abspaltung von Spanien halten dürfen, die PSOE lehnt dies ab.

    Die konservative PP des amtierenden Ministerpräsidenten Rajoy dürfte den Prognosen zufolge auf 117 bis 121 Mandate kommen und bräuchte einen Regierungspartner, wie TVE weiter berichtete.