Zurück zur Startseite
Startseite
Zurück zur Startseite
Startseite

Französische Ermittler gehen Terrorverdacht nach | BR24

© pa/dpa/ / Philippe De Poulpiquet

Polizei sperrt das Gebiet um Notre-Dame (6.Juni 2017)

Per Mail sharen
Teilen

    Französische Ermittler gehen Terrorverdacht nach

    Heute berät in Paris das französische Sicherheitskabinett: Neben der geplanten Verlängerung des Ausnahmezustandes im Land bis Anfang November wird es vor allem auch um den Angriff auf dem Vorplatz der weltbekannten Kathedrale Notre-Dame gehen.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Unklar ist nach wie vor, ob es sich bei dem festgenommenen Verdächtigen um einen - möglicherweise verwirrten - Einzeltäter handelt oder um einen von Hintermännern unterstützten Extremisten.

    Der Mann hatte sich am Dienstagnachmittag einer Polizeipatrouille genähert, mit einem Hammer auf den Beamten eingeschlagen und dabei geschrien: "Das ist für Syrien". Ein weiterer Polizist eröffnete daraufhin das Feuer und stoppte ihn. Der Platz vor der Kathedrale im Herzen der französischen Hauptstadt wird täglich von Tausenden Touristen besucht. Hunderte Menschen wurden am Dienstag aus Sicherheitsgründen zeitweise in dem Gotteshaus festgehalten. Sie konnten die Kirche später nach und nach verlassen und wurden dabei von Polizisten durchsucht.

    Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

    Soldat des Kalifats

    Der verletzte Angreifer, dessen Gesundheitszustand unbekannt ist, habe sich als "Soldat des Kalifats" bezeichnet, meldete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise - diesen Begriff benutzt die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) für ihr Herrschaftsgebiet. Bislang liegt allerdings keine Bekennernachricht des IS oder anderer Terrororganisationen vor. Auch wurden zunächst keine weiteren Festnahmen bekannt.

    Der Nachrichtensender Franceinfo berichtete, der verletzte Mann sei 40 Jahre alt und Doktorand im Fach Journalismus an der Universität von Lothringen in Metz. Eine Studentenunterkunft am Rande von Paris, in der der Verdächtige angeblich eine Wohnung hatte, wurde nach AFP-Informationen gestern Abend von schwer bewaffneten Spezialeinsatzkräften durchsucht.

    Frankreich war in den vergangenen zweieinhalb Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge. Mehrfach standen dabei Sicherheitskräfte im Visier. Mit ihnen erklärte sich Staatspräsident Emmanuel Macron nach dem neuerlichen Zwischenfall solidarisch: "All meine Unterstützung (gilt) den Sicherheitskräften, die jeden Tag ihr Leben für unsere Sicherheit riskieren", schrieb er in der Nacht zum Mittwoch auf Twitter. "Wir wissen, was wir ihnen schulden."