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FBI knackt iPhone ohne Apples Hilfe | BR24

© Reuters (RNSP)/Eduardo Munoz

Auseinander genommenes iPhone

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    FBI knackt iPhone ohne Apples Hilfe

    Nach wochenlangem Streit um die Entschlüsselung von iPhones hat die US-Bundespolizei FBI das Smartphone eines Attentäters auch ohne Hilfe des Technologiekonzerns geknackt. Apple hatte sich der gerichtlichen Weisung widersetzt, dem FBI zu helfen.

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    Den Ermittlern sei es gelungen, an die Daten auf dem Telefon des Attentäters Sayed Farook aus dem kalifornischen San Bernardino zu kommen, Unterstützung von Apple werde nicht mehr gebraucht, teilte das FBI dem Gericht in Kalifornien mit, das Apple juristisch zur Mitarbeit zwingen wollte. Das Gerichtsverfahren werde nicht mehr weiterverfolgt.

    Seit das US-Justizministerium vor einer Woche bekanntgegeben hatte, dass Tipps von Dritten erhalten wurden, wie sich das iPhone auch ohne Mithilfe des Herstellers entschlüsseln ließe, spekulierten Medien über den Tippgeber. US-Medien berichteten, ehemalige Apple-Mitarbeiter seien die Informanten der Ermittler. Israelische Zeitungen meldeten dagegen, die Hilfe sei von der israelischen Firma Cellebrite gekommen, die darauf spezialisiert sei, Daten aus mobilen Geräten zu holen.

    Farook hatte im Dezember mit seiner Ehefrau bei einem Anschlag in San Bernardino 14 Menschen erschossen. Das Paar, das sich zur Terrororganisation Islamischer Staat bekannt hatte, wurde beim anschließenden Schusswechsel mit der Polizei getötet.

    Präzedenzfall für Zugriff auf Smartphone-Daten

    Apple hatte den Zugriff auf das Mobiltelefon trotz einer gerichtlichen Anordnung verweigert. Das Unternehmen sah die Gefahr, dass ein Präzedenzfall geschaffen werden soll, um generell den Zugriff der Sicherheitsbehörden auf iPhones zu erleichtern. Unterstützt wurde Apple in seinem Widerstand von anderen Software-Giganten wie Facebook, Google und Yahoo sowie von Bürgerrechtlern. In einem ähnlich gelagerten Fall in New York hatte sich das Gericht auf die Seite von Apple gestellt.