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Donnerstag, 5. Oktober: Das war der Tag | BR24

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    Donnerstag, 5. Oktober: Das war der Tag

    Verheerender Sturm in Nord- und Ostdeutschland +++ Personaldebatte in CSU neu entfacht +++ Nationalelf löst WM-Ticket +++ Geheimdienstchefs stehen Rede und Antwort +++ Jury verteidigt Verleihung des Literatur-Nobelpreises an britischen Autor

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    Sturm Xavier hat in Nord- und Ostdeutschland mindestens sieben Menschen das Leben gekostet. Alle wurden von Bäumen oder Ästen erschlagen, die meisten in ihren Autos. Vier davon starben in Brandenburg, die anderen in Hamburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. In Hamburg musste die Feuerwehr innerhalb von fünfeinhalb Stunden zu 1.200 Einsätzen ausrücken. In Hamburg und Berlin kam der öffentliche Nahverkehr großteils zum Erliegen. Die Deutsche Bahn sperrte den gesamten Zugverkehr in Norddeutschland und in weiten Teilen Ostdeutschlands, mehr als tausend Reisende strandeten unterwegs und wurden von der Bahn in leeren Zügen untergebracht. Mittlerweile hat der Deutsche Wetterdienst seine Unwetterwarnung wieder aufgehoben, Sturmböen sind nur noch an der Küste und in den Bergen zu erwarten.

    In der CSU ist die Personaldebatte wieder aufgeflammt. Der frühere CSU-Vize Peter Gauweiler forderte in der Süddeutschen Zeitung den Rücktritt von Parteichef Horst Seehofer. Wörtlich sagte er in Anspielung an ein Rilke-Gedicht: "Horst, es ist Zeit." Gauweiler gibt Seehofer eine große Verantwortung für den starken Stimmenverlust der CSU bei der Bundestagswahl. So habe dieser die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel kritisiert, über die CSU-Landesgruppe in Berlin aber mitgetragen. Der 68-Jährige, der bei den Christsozialen derzeit keine wichtige Funktion ausübt, forderte von der Partei nun einen - Zitat - "geordneten Übergang". Beim Parteitag in gut einem Monat solle Finanzminister Markus Söder gegen Seehofer für den Parteivorsitz kandidieren. Vergangene Woche hatte die CSU ihre Führungsdebatte eigentlich für beendet erklärt.

    Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich vorzeitig für die WM 2018 in Russland qualifiziert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw sicherte sich den Sieg in Gruppe C durch ein 3:1 (2:0) gegen Nordirland. Sebastian Rudy (2. Minute) mit seinem Premierentreffer und der herausragende Sandro Wagner (21.) sorgten vor 18.104 Zuschauern im ausverkauften Windsor Park von Belfast schnell für klare Verhältnisse. Joshua Kimmich komplettierte mit seinem Volley-Tor (86.) den neunten Sieg im neunten Spiel der WM-Qualifikation. Josh Magennis (90.+2) gelang nur noch der Ehrentreffer für Nordirland. 

    Die Chefs der drei Nachrichtendienste des Bundes haben sich erstmals öffentlich den Fragen des Geheimdienst-Kontrollgremiums im Bundestag gestellt. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen forderte mehr Befugnisse für die Geheimdienste. Sicherheit habe ihren Preis, und der Preis sei nicht nur in Euro zu bezahlen, sagte Maaßen. Dabei betonte er, dass nur die Nachrichtendienste Terroranschläge im Vorfeld aufdecken und verhindern könnten. Dazu müssten sie aber auch mit mehr Kompetenzen und Mitteln ausgestattet sein, so Maaßen. Als Beispiele nannte er den Zugang zu Messenger-Diensten wie WhatsApp oder Telegram. 

    Die Jury des Literatur-Nobelpreises hat die Entscheidung für den britischen Schriftsteller Kazuo Ishiguro gerechtfertigt. Er sei ein "außergewöhnlicher Autor in vielerlei Hinsicht". Der Preisträger könne als Mischung aus Jane Austen mit ihrer Sittenkomödie und ihren psychologischen Einblicken und Franz Kafka gesehen werden, so Jury-Chefin Sara Danius. Kafka steht für die Angst machende Absurdität des Alltags. - Dass die Schwedische Akademie heuer einen unumstrittenen Preisträger gewählt habe, hat laut Danius nichts mit dem Ärger um Bob Dylan im vergangenen Jahr zu tun. - Der 62-jährige Ishiguro kam mit fünf Jahren nach England. Bekannt wurde er durch den Roman "Was vom Tage übrigblieb".