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Blutige Anschläge für kleines Geld | BR24

© picture-alliance/dpa/Xie Zhengyi

Bankangestellte zählt Dollarnoten

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Blutige Anschläge für kleines Geld

Über drei Billionen Dollar soll der 11. September 2001 die USA bis heute gekostet haben. Doch wie viel Geld brauchen Attentäter, um ihre Anschläge vorzubereiten und umzusetzen? Erschreckend wenig. Von Sabina Wolf und Wolfgang Kerler

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Januar 2015. In Paris überfallen die Kouachi-Brüder die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo". Die beiden Terroristen töten elf Menschen. Der Islamist Amédy Coulibaly erschießt einen Polizisten und bringt in einem koscheren Supermarkt vier weitere Menschen um. Die Anschläge versetzen Frankreich und Europa in einen Schockzustand.

Nach Schätzungen verschiedener Experten dürften die drei Attentäter vom Januar 2015 zwischen 20.000 und 30.000 Euro ausgegeben haben. Der teuerste Posten: die Schusswaffen. Auch für andere Anschläge der vergangenen Jahre - zum Beispiel in London, Madrid oder auf US-Botschaften in Ostafrika - mussten die Terroristen jeweils nur niedrige fünfstellige Beträge aufwenden. Hunderte Menschen kamen dabei ums Leben.

9/11 kostete Al Qaida höchstens eine halbe Million

Am 11. September 2001 lenkten Al Qaida-Terroristen zwei Flugzeuge ins World Trade Center in New York. Ein weiterer Jet krachte ins Pentagon in Washington. Außerdem stürzte eine Maschine auf einem Feld in Pennsylvania ab. Die Islamisten töteten rund 3.000 Menschen.

Die 9/11-Kommission der amerikanischen Regierung kommt in ihrem offiziellen Bericht zu dem Schluss, dass Al Qaida für den Terroranschlag zwischen 400.000 und 500.000 US-Dollar gebraucht hat. Einen Großteil davon - etwa 300.000 US-Dollar - gaben die Attentäter in den USA aus, zum Beispiel für Flugstunden. Das Geld bekamen die Islamisten auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Deutschland.

Die Täter wickelten ihren Zahlungsverkehr über ganz normale Bankkonten ab. Weltweit finden täglich Milliarden von Transaktionen statt. Die Geldströme zwischen den Al Qaida-Mitgliedern und deren Unterstützern fielen den Sicherheitsbehörden darunter nicht auf.

Die Folgen verschlingen Billionen

Allein die unmittelbaren Schäden durch die Anschläge vom 11. September bezifferte die Stadtverwaltung von New York City auf 55 Milliarden Dollar. Die Zerstörung der Türme des World Trade Centers machten davon acht Milliarden aus. Journalisten der New York Times trugen zusammen, dass die Folgen der Anschläge die Vereinigten Staaten bislang insgesamt 3,3 Billionen Euro kosteten - inklusive der Wirtschaftskrise, verschärfter Sicherheitsmaßnahmen und der geführten Kriege. Für jeden Dollar den Al Qaida ausgab, zahlten die USA sieben Millionen Dollar.

© BR / Christian Sonnberger

Der Anschlag auf das World Trade Center: Über 3.000 Menschen starben bei den Anschlägen vom 11. September 2001. Die direkten Schäden lagen bei etwa 55 Milliarden Dollar. Auf 3,3 Billionen Dollar werden die Kosten für alle wirtschaftlichen, politischen und militärischen Folgen der Anschläge geschätzt. Gekostet haben die Anschläge nur zwischen 400.000 und 500.000 US-Dollar.

© BR / Christian Sonnberger

Die Anschläge in den Metropolen Europas: Die Anschläge in London, Madrid, Paris oder auf US-Botschaften in Ostafrika kosteten rund 600 Menschen das Leben, etwa 7.000 Menschen wurden verletzt. Die Terroristen kostete das nur zwischen 1.000 und 10.000 Dollar.

© BR / Christian Sonnberger

Der lange Krieg der IRA: Geschätzt 1.800 Tote und 20.000 Verletzte gehen auf das Konto der IRA. 1:130 war das Verhältnis zwischen den Kosten der Terrororganisation IRA und den Kosten der Terrorbekämpfung. Für jedes Pfund der IRA musste der britische Staat 130 Pfund ausgeben.