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Hintergrund Das "Westbalkanabkommen"

Das sogenannte Westbalkanabkommen ermöglicht seit 2016 Zuwanderern vom Westbalkan, in Deutschland zu arbeiten. Viele sind in der Alten- und Krankenpflege tätig - allerdings als Pflegehelfer. Fachkräfte sind in der Minderheit.

Stand: 27.03.2018

Karte von Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Serbien,Kosovo, Albanien, Mazedonien und Montenegro | Bild: BR

Es war ein politisches Tauschgeschäft: Um die Zahl der Asylbewerber zu senken, wurden Serbien, Bosnien-Herzegowina, Albanien, Kosovo, Montenegro und Mazedonien zu sicheren Herkunftsländern erklärt. Im Gegenzug schuf die Bundesregierung mit dem Abkommen eine legale Möglichkeit der Arbeitsmigration. Man braucht ein Visum, eine Arbeitserlaubnis und einen Job. Eine berufliche Qualifikation, ein Mindesteinkommen oder Deutschkenntnisse sind nicht erforderlich.

Pflegehelfer statt Fachkräfte

Die meisten dieser Kräfte vom Westbalkan arbeiten am Bau, dann kommt der Bereich Gesundheit. Das schreibt die Bundesregierung auf eine Bundestagsanfrage der Linken hin. Vom BR ausgewertete Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass allein 2017 7.500 Genehmigungen für den Bereich Kranken- und Altenpflege sowie Hauswirtschaft erteilt wurden. Im Vergleich zum ersten Jahr des Westbalkanabkommens hat sich die Zahl verdoppelt. Auffällig ist: Fachkräfte sind in der Minderheit, zu drei Vierteln kommen Pflegehelfer und zwar vor allem aus Bosnien-Herzegowina und Serbien.


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