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Umweltmediziner warnen vor Shishas Das Märchen von der ungefährlichen Wasserpfeife

Eine Shisha-Bar hat Anziehungskraft, besonders auf junge Leute: Das orientalische Flair erinnert an Urlaub, und die Wasserpfeife sei weniger gefährlich als Zigaretten, denken viele. Stimmt nicht, warnt das bayerische Gesundheitsministerium. Denn im Rauch entwickeln sich Kohlenmonoxid und krebserregende Substanzen.

Von: Oliver Römhild

Stand: 13.02.2018

Untersuchungen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit LGL in München ergaben: Besonders die glühende Kohle ist problematisch.

"Weil die Shishas vor allem viel Kohlenmonoxid emittieren. Das ist ein akutes Gift. Das kann zu Benommenheit, zu Bewusstseins-Einschränkungen führen und ist wirklich sehr giftig; das heißt, man sollte sehr, sehr vorsichtig damit sein."

Professor Hermann Fromme, Umweltmediziner

Die Umweltmediziner haben auch den Nikotingehalt berechnet: Eine Wasserpfeife entspricht dabei etwa der Menge von 10 Zigaretten, die man rauchen würde.

Das Wasser in der Shisha filtert keine Schadstoffe heraus

Allerdings gibt es einen Unterschied zum herkömmlichen Rauchen, denn der Tabak ist durch eine Alufolie oder ein Netz von der Glut getrennt. Er verbrennt also nicht, sondern verschmort. Trotzdem finden sich auch im Rauch der Wasserpfeife krebserregende Stoffe wie Benzol und giftige Metalle wie Nickel, Blei oder Arsen.

Als Irrtum entlarven die Forscher auch eine weitverbreitete Annahme: Das Wasser in der Shisha, so heißt es, filtere die Schadstoffe heraus,  der Rauch sei daher nahezu unbedenklich.  Dazu Umweltmediziner Fromme:

"Das ist eine Fehlannahme, die seit langer Zeit durch die Welt geistert. Die Wasserpfeife oder das Wasser der Wasserpfeife kann keine Substanzen im Wesentlichen herausfiltern. Die Schadstoffe erreichen den Raucher, sie erreichen aber auch Dritte."

Hermann Fromme

Auch der Feinstaub macht in Shisha-Bars Probleme

Neben den Kohlenmonoxid-Werten liegen in Shisha-Bars unter Umständen auch die Feinstaubwerte deutlich über den zulässigen Grenzen. Die Umweltmediziner raten daher, geschlossene Räume intensiv zu lüften.

Wer trotz aller Warnungen nicht von der Wasserpfeife lassen will, weil zumindest der Nikotingehalt unbedenklich erscheint, muss sich von Hermann Fromme gleich nochmal korrigieren lassen:

"Das ist ein zweiter Fehlschluss. Die Wasserpfeife ist ähnlich problematisch einzuschätzen wie das Rauchen von Tabak. Vielleicht sogar problematischer."

Hermann Fromme

Denn oft ist der Tabak für Wasserpfeife noch angefeuchtet mit Glycerin oder Melasse. Beim Verbrennen entstehen da noch andere Stoffe als bei reinem Tabak. Das und vor allem das Kohlenmonoxid erhöhen das Risiko im Vergleich zu Zigaretten, sagen die Mediziner.

Kohlenmonoxid: Das heimtückische Gas

Anzeichen für eine Vergiftung mit Kohlenmonoxid können Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Benommenheit sein. Laut LGL-Studie wird im Zusammenhang mit dem Rauchen von Wasserpfeifen immer wieder über Vergiftungsfälle berichtet, die auch zu Krankenhauseinweisungen geführt haben. Eine nicht unerhebliche Dunkelziffer dürfte hinzukommen.


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Karin , Mittwoch, 14.Februar, 10:17 Uhr

4. Das Märchen von der ungefährlichen Sucht

Der eine Raucht ab und zu, der andere trinkt ab und zu, wieder ein anderer kifft ab und zu. Nicht regelmäßig, sondern nur in Gesellschaft,mit nem Bierchen oder Sektchen den Tag ausklingen lassen, oder wenn grad mal Tagesstreß abgebaut werden muß wird halt ne Tüte gebaut. Was - süchtig? Ich? Im Leben nicht!!!
Das denkt jeder über sich und merkt nicht, daß er fast täglich trinkt oder Raucht und sich einfach besser fühlt mit nem Tütchen. Es geht nicht mehr ohne - aber süchtig sind die alle nicht....?! Egal ob es Ilegal ist oder nur Spaß macht - wer die Tendenz hat einer Abhängigkeit zu verfallen, kann weder selbst damit wieder aufhören, noch erkennt er selbst die Abhängigkeit oder deren Folgen. Und wenn sie ihm oder Ihr dargelegt werden, wird abgestritten und die Vorteile in den Vordergrund gestellt, Tatsachen verdreht oder Ignoriert. Da hilft nur auf Einsicht hoffen - oder durch Erfahrung massiver Schäden. Und selbst dann ist es oft vergebliche Hoffnung. Leider.

Warner Bros, Mittwoch, 14.Februar, 09:13 Uhr

3. Verrückt?

Eine Rauchermelderpflicht gibt es zwischenzeitlich. Eine mindestens ebenso heimtückische Bedrohung stellt in der Tat das Kohlenmonoxid dar.
Jede Feuerstätte kann zur Gefahr werden ohne auch nur irgendetwas zu ahnen.

Sollte nicht auch jede Gastherme, Kamin und sonstige Brennstelle mit einer Warnmelder ausgestattet sein?

Squareman, Dienstag, 13.Februar, 19:15 Uhr

2. Laster

Man muß sich sein Laster eben schönreden. Der Märchen gibt es da viele wie zum Beispiel das Passivrauchen im Freien ist völlig ungefährlich, die E-Zigarette ist wesrntlich gesünder als die normale Zigarette usw. Leider fehlt es in Deutschland an einem wirksamen Nichtraucherschutz und der Verstoß gegen Rauchverbote wird nicht geahndet. Aber was solls, es sterben ja in Deutschland jedes Jahr nur an die 5000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens, das sind Kolareralschäden , die muß man hinnehmen, da kann man nichts machen.

Uwe, Dienstag, 13.Februar, 17:50 Uhr

1.

Wenn etwas Spass macht, ist es entweder illegal, schädlich oder macht dick. Ein alter Hut. Wir heizen mit Holz und Kohle. Dabei ensteht u.a. CO, ein tödliches Gas. Weiss man seit ewigen Zeiten, aber kein Problem. Wir brennen ganze Urwälder nieder, kein Problem. Aber wenn man ein Stück Holz- oder Steinkohle auf eine Wasserpfeife legt - uhhh, das ist gefährlich.

  • Antwort von Squareman, Dienstag, 13.Februar, 19:20 Uhr

    So ungefährlich das schon so mancher ins Krankenhaus eingeliefert wurde oder daran sogar gestorben ist. Was macht denn daran Spaß sich mit Nikotin usw zu vergiften? Nikotin macht genau so süchtig wie Heroin, Heroin ist verboten, wieso nicht auch der Tabak?

  • Antwort von Motzmichel, Dienstag, 13.Februar, 19:24 Uhr

    Ja, CO, im Bericht als Kohlenmonoxid erwähnt. Ich gebe Ihnen Recht, was die Holzheizungen betrifft.

    Was oben bei Schornsteinen rauskommt und die Lunge schädigt, atmen Wasserpfeifenraucher zum Spaß ein. Ich verbiete keinem den Spaß oder die Selbstzerstörung, aber absurd ist es schon, wenn man die Heizung zu Hause richten lässt, damit der Kaminkehrer mit dem CO-Wert zufrieden ist und danach abdüst zur Shisha-Bar und da den gleichen Dreck gegen Bezahlung inhaliert.

    Hilft aber eh nix: Die Leute wollen alle einen gemütlichen Holzofen im Haus und vergiften sich selbst und die ganze Nachbarschaft durch das CO und den Feinstaub mit dazu.

    Und jeder redet sich ein, dass Holz ja so toll ist, weil es ein nachwachsender Rohstoff ist. Alles ein Irrglaube!

    Ohne solche Luftverpesterheizungen (und auch Feuerkörbe, Feuerschalen und ähnlichen Unsinn) würden wir uns in den Städten nicht mehr so viel Angst vor Dieselautos machen müssen. Und bevor die Frage kommt: Nein, ich fahre keinen. :)

  • Antwort von William Cumberland Cruikshank (1745-1800), Dienstag, 13.Februar, 21:59 Uhr

    britischer Chemiker u. Anatom; er identifizierte 1800 das Molekül Kohlenstoffmonoxid, dass es aus einem Atom Kohlenstoff u. einem Atom Sauerstoff besteht

    Der Unterschied ist, dass beim Holzofen das Kohlenstoffmonoxid durch den Kamin abgeführt wird, wohingegen es sich in der Shishabar bzw. in der Nähe der Wasserpfeife anreichert. Es entsteht ebenfalls bei der Gas- oder Ölfeuerung und beim Verbrennungsmotor.