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Ausgewiesene Parkplätze von Kommunen Neues Carsharing-Gesetz soll Probleme lösen

Carsharing erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Das Problem: Die Parkplatzsuche kann bei Minutentarifen schnell teuer werden, wenn es keine eigens ausgewiesenen Stellplätze für diese Autos gibt. Ein neues Gesetz will das Problem lösen.

Von: Michael Zametzer

Stand: 01.09.2017

Auf der Beifahrertür eines Mercedes ist die Auschrift "Flinkster - Mein Carsharing" zu lesen, aufgenommen am Freitag (09.03.2012) in München (Oberbayern). | Bild: picture-alliance/dpa

"Brauche ich eigentlich noch ein eigenes Auto?" Gerade Großstädter stellen sich diese Frage immer öfter, schließlich gibt es das beliebte Carsharing. Das Problem der langwierigen Parkplatzsuche, die unter Umständen bei MInutenabrechnung schnell teuer werden kann, will jetzt ein neues Gesetz lösen. Mit dem Carsharing-Gesetz, das soeben in Kraft getreten ist, sollen Kommunen Carsharing-Anbietern wie DriveNow, Car2Go oder Stattauto leichter Parkraum zur Verfügung stellen können, ohne große rechtliche Hürden.

"Extrem flexibel, schnell - es ist so, dass ich es nicht zu oft nutze, aber gerade bei Regenwetter ist es von Vorteil, wenn man schnell ein Auto zur Verfügung hat."

Carsharing-Kunde

Wer, wie dieser Münchner, Carsharing-Angebote nutzt, kann auf ein immer größeres Angebot zurückgreifen. Und das Ausleihen funktioniert auch meist recht unkompliziert, nur - wer das Auto wieder loswerden will, hat oft ein Problem, wenn er keinen Parkplatz findet. Und das kann bei Minutentarifen schnell teuer werden, vor allem bei sogenannten freefloating-Anbietern wie Drive-Now von BMW oder Car2Go von Daimler, wo die Autos per App gesucht und gebucht werden. Aber auch stationsabhängige Anbieter wie Flinkster von der Bahn oder Stattauto haben es bisher oft schwer, genug Platz in der Stadt für ihre Leihautos zu finden, sagt Willi Loose vom Bundesverband Carsharing. Sie sind darauf angewiesen, private Flächen anzumieten.

"Das ist natürlich nicht überall möglich gewesen, sodaß es auch Quartiere gab, in denen die Carsharing-Fahrzeuge nicht nahe genug zu den Kunden herangeführt werden konnten, wir hoffen, dass in Zusammenarbeit mit den Städten dieses Problem mit der Sondernutzung gelöst werden kann."

Willi Loose, Bundesverband Carsharing

Das neue Carsharing-Gesetz soll es den Kommunen, Städten und Gemeinden ermöglichen, ohne große rechtliche Hürden kostenlose Stellplätze für Carsharing-Anbieter zu reservieren. Für die Kunden würde dann etwa ein eigenes Schild den Parkplatz für das geliehene Auto anzeigen. Die Stadt München hat dabei in den letzten Jahren einen Sonderweg beschritten und mit Ausnahmegenehmigungen das Parken der Fahrzeuge erleichtert. Das Gesetz ist längst überfällig gewesen, sagt Stadtverkehrsexperte Martin Schreiner von der Stadt München.

"Und es unterstützt jetzt einen Trend, der jetzt durch den Einstieg der Automobilindustrie ins Carsharing sehr stark an Schwung gewonnen hat. Das Carsharing wird aber nicht von selber sich entwickeln, sondern es braucht klare nicht nur rechtliche Unterstützung, sondern auch Planerisch-Konzeptionelle Unterstützung durch die Städte."

Martin Schreiner, KVR München

Allerdings dürften vor allem in Stadtvierteln mit vielen Anwohnern und wenig Parkplätzen eigens reservierte Carsharing-Plätze nicht nur Zustimmung finden. Hier, da sind sich Carsharing-Verband und Stadt München einig, ist vor allem eine gute Kommunikation mit den Bürgern gefragt.

"Jedes Carsharing vermeidet je nach wissenschaftlicher Untersuchung zwischen drei und fünf Fahrzeuge. Insofern ist Carsharing eine Entlastung für die Anwohner, denn dann werden mehrere Stellplätze frei."

Martin Schreiner, KVR München

Die Herausforderung der Zukunft sieht Schreiner in der Ausdehnung des Carsharing über die Städte hinaus und in einer Vernetzung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr. Die Stadt München müsse gemeinsam mit Umland und Freistaat Konzepte entwickeln. Für Niklas Merk vonDriveNow ist das Gesetz eine Chance für alle Carsharing-Anbieter.

"Wir glauben dass gerade die Vielfalt des Angebots das Thema Sharing attraktiv macht, am Ende, das schließt natürlich auch andere Mobilitätsoptionen mit ein wie beispielsweise ÖPNV oder Bike-Sharing, und wenn das Gesetz dazu führt, das die Bürger sich am Ende vom Privat-PKW verabschieden, ist das für das Geschäft jedes Mobilitätsanbieters positiv und somit auch für uns."

Niklas Merk, Drive now

Der Ball liegt jetzt bei den Kommunen. Sie müssen den Freiraum nutzen, den der Gesetzgeber ihnen mit dem Carsharing-Gesetzt bietet.


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