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Auslandbanken Bundesregierung plant Sonderrecht für Brexit-Banken

Die gute Konjunktur macht Deutschland auch für die hier ansässigen Auslandsbanken interessant. Ihr Verband berichtet von steigenden Investitionen auch im letzten Jahr und zieht heute Bilanz.

Von: Felix Lincke

Stand: 14.03.2018

Mitarbeiter der N26 Bank sitzen in den Geschäftsräumen des Unternehmens an ihren Arbeitsplätzen. | Bild: picture-alliance/dpa

Um für Banken aus London nach dem Brexit attraktiver zu werden, will die Bundesregierung jetzt den Kündigungsschutz lockern. Das könnte sich auf andere Branchen auswirken und ist deshalb umstritten.

Auslandsbanken haben ein Auge auf deutsche Banken

Auf erfolgreiche deutsche Unternehmen haben Auslandsbanken es abgesehen: sie finanzieren Mittelstandskredite oder Firmenübernahmen. Für Geschäfte im Ausland und bei der Geldanlage bieten sie Kunden hier ebenfalls ihre Dienste an. In Frankfurt liefern sich mehr als 200 ausländische Finanzdienstleister einen harten Wettbewerb mit deutschen Anbietern.

Um auch für Händler und Investmentbanker aus London attraktiv zu werden, will die hessische Landesregierung das deutsche Arbeitsrecht ändern. Im Berliner Koalitionsvertrag von Union und SPD steht deshalb, dass für Banker ab einem Jahresgehalt von 234.000 Euro der Kündigungsschutz gelockert werden soll. "Hire and Fire" nach angelsächsischem Vorbild, Heuern und Feuern in wenigen Tagen, das soll auch in Handelsräumen deutscher Banken möglich werden, ohne hohe Abfindungen zu zahlen.

Von dieser Flexibilität könnten vielleicht auch andere Branchen profitieren. Gewerkschaften befürchten, dass solche Regelungen den Kündigungsschutz anderer Arbeitnehmer außerhalb der Banken gefährden und am Ende auch nicht auf hochbezahlte Angestellte beschränkt bleiben.

                                                                                                                                                                           


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