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Negativbeispiel an der Saalach BUND Naturschutz warnt vor Naturzerstörung durch Wasserkraftwerke

Der BUND Naturschutz hat bei der Vorstellung des Gewässerreports vor der umweltzerstörenden Wirkung von Wasserkraftwerken gewarnt. Als Negativbeispiel beklagt der BUND in Bayern vor allem das Wasserkraftwerk bei Bad Reichenhall an der Saalach.

Von: Daniel Knopp

Stand: 16.05.2018

Saalach bei Bad Reichenhall | Bild: pa/dpa/Fürmann Hans

Das Stauwerk Kiblinger Sperre bei Bad Reichenhall stelle bis heute den folgenschwersten Eingriff für das Fließgewässer dar, schreibt der BUND in seinem Report. Die Stauwerke müssten jetzt modernisiert und für Tiere passierbar gemacht werden, so die Forderung der Umweltschützer. Und vor allem neue Wasserkraftwerke dürften an der Saalach nicht mehr entstehen. "Kleinwasserkraftwerke sind teuer in der Anschaffung, produzieren nur für wenige hundert bis tausend Haushalte Strom aber stellen einen massiven Eingriff in die Fluss - Ökosysteme dar", so BUND Naturschutz.

Positivbeispiel in Schwaben

Ein Positivbeispiel beim Gewässerschutz sieht der BUND Naturschutz bei der Ostrach im Oberallgäu. Die dort hindurch fließende Ostrach gehöre zu den letzten freifließenden und unverbauten Gewässerabschnitten in Bayern. Durch ein geplantes Wasserkraftwerk sei die Ostrach massiv bedroht gewesen, so die Naturschützer. Das Augsburger Verwaltungsgericht hatte im letzten Jahr jedoch den Bau für nicht zulässig erklärt. Ein Erfolg für die Naturschützer, die zudem hoffen, dass dieses Augsburger Urteil Signalwirkung haben wird. Der Fall sei beispielhaft dafür, wie Natur und Landschaft durch den Bau von Wasserkraftanlagen von Zerstörung bedroht sind.

Stopp der Einspeisevergütung gefordert

Der BUND fordert daher einen Stopp der Einspeisevergütung nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) für neue Wasserkraftanlagen. Nirgends sei bisher das Potential zum Energiesparen, bzw. auch zur Erzeugung von Strom aus anderen erneuerbaren Quellen ausgeschöpft und weiter: "Die Erfahrung zeigt, dass besonders kleine Anlagen unter 1.000 KW Leistung unverhältnismäßig großen, negativen Einfluss auf die Fließgewässerökologie haben, und dass kaum funktionierende Fischauf- und -abstiegsanlagen existieren, die dem massenhaften Fischsterben ein Ende setzen könnten."


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Kommentare

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Reichenhaller, Mittwoch, 16.Mai, 21:03 Uhr

6. Hauptsache dagegen

Wieder einmal ein Beispiel für "Hauptsache dagegen": das zitierte Saalachkraftwerk wurde 1912 zur Elektrifizierung der Bahnstrecke Freilassing - Berchtesgaden gebaut und legte die Kohlebefeuerten Loks still: aber für den BUND kommt der Strom für den Bahnverkehr und die tolle Elektromobilität nur aus Sonne und Wind - welch schöner Traum !! Seltsam dass die Salzach in Österreich mit Staustufen gepflastert ist und es dort auch die Grünen nicht stört und sobald die Salzach Grenzfluss ist unserer Grünen +BUND mit den Salzburger Grünen gegen ein Kraftwerk ist, dass die Sohleintiefung verhindern und sauberen Grundlaststrom erzeugen könnte. So können nur Menschen denken und argumentieren, die sicherlich eine gute Sache verfolgen, aber dabei die Gesamtzusammenhänge der Technik und unserer Industrienation nicht verstehen können oder wollen. Ja, Hauptsache der Strom kommt aus der Steckdose......!!

Geli, Mittwoch, 16.Mai, 15:28 Uhr

5.

Wir können ja den Strom von Ungarn aus russischen Kernkraftwerken erzeugt importieren. Ist garantiert Umweltfreundlich und in Deutschland wohnen die Leute auf der Insel der glückselligen!!

HA HA HA wie vertrottelt ist den unsere Gesellschaft geworden??

Markus Aufleger , Mittwoch, 16.Mai, 15:18 Uhr

4. Auch Wasserkraftanlagen haben sich entwickelt!

1.) Das Foto zeigt nicht die Kiblinger Sperre sondern einen deutlich kleineres Absturzbauwerk etwas unterhalb. Die Kiblinger Sperre ist eine Talsperre mit einem großen Stausee und wurde vor über 100 Jahren gebaut. (Anm. d. Red.: Die Bildbeschreibung hat das auch nicht suggeriert.)

2.) JA - Diese Talsperre unterbindet den Geschiebetransport und ist EIN Grund für die erheblichen Eintiefungen (Erosionen) an der Saalach (und auch an der Unteren Salzach). Seit einiger Zeit wird dieser Effekt übrigens durch eine Geschiebezugabe (künstliches Umsetzen von Geschiebe) ausgeglichen.

3.) In 100 Jahren hat sich sogar bei "uns" im Wasserbau viel getan :-) Moderne Wasserkraftanlagen, wie sie an der Saalach oder auch an der Unteren Salzach in Kombination mit umfassenden Sohlstabilisierungs- und Renaturierungsmaßnahmen zum Einsatz kommen könnten, sind anders! - z.B. voll durchgängig für Geschiebe! Die ökologische Durchgängigkeit flussauf und flussab wird durch Umgehungsgewässer, Fischaufstiegsanlagen, effektive Fischschutzsysteme und Bypässe gewährleistet! Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Harald, Mittwoch, 16.Mai, 15:15 Uhr

3. Wasserkraftwerke sind laut BUND umweltschädlich, ...

... aber was ist mit den anderen Kraftwerksarten? Wenn man die verschiedenen Berichte zusammenfasst, lautet es etwa so:
Kernkraftwerke strahlen, Kohlekraftwerke stinken, Wasserkraftwerke bremsen (die Fische), Biogasanlagen töten (die Fische in angrenzenden Gewässern), Windräder töten (die Vögel), Solarpanele blenden (manche Nachbarn), Öl- und Gaskraftwerke fördern den Bau von umweltschädlichen Pipelines.
Bleibt in der Reihe der Energie- bzw. Wärmeerzeuger fast nur noch die Holzheizung, aber die erzeugt nachweislich beliebig viel Feinstaub und zahlreiche gasförmige Schadstoffe, jedes Jahr deutlich riechbar in der kalten Jahreszeit.
Was also sollen wir tun? Hat jemand einen brauchbaren Vorschlag, außer den Hinweis "Bei mir kommt der Strom aus der Steckdose..."?

Rosi, Mittwoch, 16.Mai, 15:00 Uhr

2.

Es ist leider nicht möglich, jemandem etwas klar zu machen, der so gut wie gar keine Ahnung von Naturgesetzmäßigkeiten und kein wissenschaftliches Denkvermögen dazu besitzt, sondern ausschließlich wirtschaftliche Interessen verfolgt. Um ein sinnhaftes Gespräch zu führen, müssten alle Beteiligten sich auf dem selben Sachverstand befinden.