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Klimaschutz BUND fordert schnelle Abschaltung alter Kohlekraftwerke

Deutschland wird seine Klimaziele für das Jahr 2020 klar verfehlen. Es sei denn die Bundesregierung steuert um. Die Umweltschützer des BUND haben jetzt einen Plan vorgelegt, was passieren müsste. Dabei geht es vor allem um die Stilllegung von Kohlekraftwerken. Auch Bayern wäre betroffen.

Von: Wolfgang Kerler

Stand: 04.05.2018

Das Kraftwerk "Zolling" liegt in der oberbayerische Gemeinde Zolling. In der Anlage befindet sich ebenso ein Biomasseheizkraftwerk, Steinkohle wird zur Stromerzeugung verarbeitet, Foto: BR/Herbert Ebner | Bild: BR/Herbert Ebner

Bei den Jamaika-Sondierungen wurde nächtelang darüber gestritten: Kann Deutschland sein Klimaziel 2020 noch erreichen? Wie viele alte Kohlekraftwerke müsste man dafür abschalten? Wäre dann überhaupt noch genug Strom da? Einen Kompromiss gab es bis zuletzt nicht. Union und SPD verabschiedeten sich bei ihren Koalitionsverhandlungen dann mehr oder weniger geräuschlos vom Zielwert für 2020. Hubert Weiger, der Chef des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), fürchtet daher, dass es um den Klimaschutz bald "grabesstill" werden könnte.

"Im Moment freut sich die ganze Republik wieder über den Sommer im Frühling - und es wundert sich niemand mehr, dass es schon seit Wochen nicht mehr geregnet hat. Das heißt, wir sind mitten im Klimawandel."

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND

Statt 40 Prozent wohl nur 30 Prozent weniger CO2

Die Umweltschützer pochen auf die Einhaltung der Ziele für 2020. Bis dahin sollen die CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 40 Prozent gesenkt werden. Steuert die Bundesregierung nicht um, wird das allerdings nicht klappen, sagt Weiger. "Wir verfehlen unsere Klimaschutzziele 2020 deutlich." Statt um 40 Prozent dürfte der CO2-Ausstoß bis dahin nur um 30 Prozent gesunken sein.

Der BUND möchte das nicht einfach hinnehmen. Er hat daher nachgerechnet, was in den nächsten zwei Jahren passieren müsste, um das Ziel noch zu schaffen, ohne dabei die Stromversorgung in Deutschland zu gefährden.

"Wir müssen und wir können die Kohlekapazitäten bis zum Jahr 2020 um gut 20 Gigawatt reduzieren. Das heißt, wir können sie halbieren. Wir können damit die entsprechenden CO2-Einsparungen realisieren."

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND

BUND: 45 Kraftwerksblöcke müssten zusätzlich vom Netz

Konkret schlagen die Experten des BUND vor: Alle größeren Kohlekraftwerke, die vor 1990 ans Netz gegangen sind, sollten bis 2020 abgeschaltet werden. Das wären zusätzlich zu den 13 Kraftwerksblöcken, deren Stilllegung ohnehin geplant ist, noch einmal 45 Blöcke, die vom Netz müssten. Gleich mit einkalkuliert hat die Naturschutzorganisation eine Beschleunigung des Atomausstiegs.

Die meisten vom Kohleausstieg betroffenen Standorte sind in Nordrhein-Westfalen. Einige Kraftwerke sollten dem "Abschaltplan" zufolge in eine nationale Reserve überführt werden, um sie in Spitzenzeiten zuschalten zu können. Gleichzeitig könnten dadurch Arbeitsplätze erhalten werden.

Auch Bayern wäre betroffen

In Bayern müsste den Vorschlägen des BUND zufolge ein Block des Kohlekraftwerks im oberbayerischen Zolling abgeschaltet werden. Die Staatsregierung sieht der BUND-Chef dennoch in der Pflicht.

"Wir fordern, dass die bayerische Staatsregierung ihre Verantwortung für eine ökologische Energiewende ernst nimmt und dass sie sich engagiert für den Ausbau von Photovoltaik auf den Dächern und Windkraft in Bayern, damit wir in Bayern tatsächlich die Potenziale, die vorhanden sind, endlich auch für die Energiewende nutzen."

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND

Denn: Um das Klimaziel 2020 zu erreichen, ohne dass die Lichter ausgehen, müssten laut BUND zusätzlich zu den Kraftwerksstilllegungen die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut, die Stromnetze besser genutzt und der Stromverbrauch gesenkt werden.

Kritik an Großer Koalition

Allzu große Hoffnung in die Große Koalition in Berlin haben die Umweltschützer nicht. Tina Löffelsend, die BUND-Expertin für Energiepolitik, hält den eingeschlagenen Kurs für falsch. Das Klimaziel würde schon wieder verschoben - diesmal in die geplante Kohlekommission.

"Wir halten es dort für denkbar schlecht aufgehoben. Denn tatsächlich muss jetzt gehandelt werden. Das kann eine Kohlekommission wahrscheinlich kaum lösen, ohne sich mindestens so zu verhaken wie die Jamaika-Sondierer damals."

Tina Löffelsend, BUND-Expertin für Energiepolitik

Im Koalitionsvertrag haben sich CDU, CSU und SPD darauf geeinigt, eine Kohlekommission einzusetzen. Sie soll Vorschläge erarbeiten, wie Deutschland aus der Kohlekraft aussteigen und seine Klimaziele erreichen kann. Getagt hat diese Kommission bisher noch nicht.


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Egon, Freitag, 04.Mai, 17:13 Uhr

10. schwarz-start-fähige Gasturbinen mit je 25 Megawatt !

Sowas gibt es auch 2 Stück am Standort Zolling. Diese Anlagen können bei einem Black-Out ohne Energie von außen hochgefahren werden,
um das Netz wieder aufzubauen. Ich recherchiere seit Jahren nach schwarz-start-fähigen Solar- oder Windkraftanlagen. Komisch, dass es sowas nicht gibt, denn diese Anlagen benötigen immer ein vorhandenes Netz zum Aufsynchronisieren. Aber wo mal nichts sein könnte, wird auch nicht eingespeist. Und das Thema Blindleistung ist bei den Damen und Herren Umweltschützern auch kein gängiges Thema, oder ? In Franken hat man jetzt irgendwo auf der Wiese einen 400 MVA Generator hingestellt, der einfach so am Netz hängt und als Phasenschieber fungiert. Hoch leben die Regenerativen Energien. Erinnert mich immer an die Mähr vom besseren digitalen Radio. Mittelwelle und Kurzwelle war auch nicht schlecht, vor allem im Urlaub (z.B. auf der Fähre .... konnte man das Spiel des FCB im Auto ganz bequem mitverfolgen, auch ohne WLAN und UMTS. LTE .....)

LieschenNormalverbraucherin, Freitag, 04.Mai, 17:00 Uhr

9. Durchgeknallter BUND

Der BUND will Erzeugungskapazitäten von 20 GW Kohle und 10 GW stilllegen. Damit stehen in Deutschland nur noch 60 GW an Leistung zur Verfügung, wenn die Höchstlast im Winter 80 GW beträgt.
Man weiß nicht was man dazu sagen soll: Dummheit? Ahnungslösigkeit?

Man so wenig eigener Expertise dem Gesetzgeber fehlenden Willen zu unterstellen ist völlig daneben. Energiepolitisch ist der BUND damit jedenfalls völlig unglaubwürdig geworden.

Barbara, Freitag, 04.Mai, 16:56 Uhr

8. Die Folge ist, daß die Verbraucher mit immer höheren

horrenden Stromrechnungen konfrontiert sind! Wer die Grünen wählt, ist darum selber schuld.

  • Antwort von Dieter, Freitag, 04.Mai, 17:24 Uhr

    Was bringt Ihnen das ganze gesparte Geld, wenn die Luft und das Trinkwasser immer mehr verschmutzt wird?

Schweijck , Freitag, 04.Mai, 16:37 Uhr

7. Biogasanlagen, die der

BUND massiv unterstützt hat, bauen derweil den Mutterboden ab. Überschwemmungen sind die Folge.

Franz Xaver, Freitag, 04.Mai, 16:37 Uhr

6. Abschaltung alter Kohlekraftwerke

Das wird wieder ein Geheule in der Union geben.