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Deutscher Wirtschaftsfilmpreis für Madeira-Recherche

Ausgezeichnet Deutscher Wirtschaftsfilmpreis für Madeira-Recherche

Stand: 09.07.2017

Wolfgang Kerler und Pia Dangelmayer auf der Bühne währen der Preisübergabe | Bild: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Als bester Kurzfilm ist die Kontrovers-Story "Madeira-Steuerparadies mit Segen der EU-Kommission" von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries mit dem Deutschen Wirtschaftsfilmpreis ausgezeichnet worden. Der Film geht auf eine gemeinsame Recherche von BR Data und BR Recherche in Zusammenarbeit mit report München und Kontrovers zurück. Von Verena Nierle und Ingo Lierheimer

Pia Dangelmayer und Wolfgang Kerler nahmen stellvertretend für das Autorenteam, das durch Maximilian Zierer und Steffen Kühne (beide BR Data) komplettiert wurde, im Berliner Kino International den Preis entgegen. Die Jury lobte die "hohe Relevanz des Themas", die "ausgewogenen Protagonisten" sowie die "sehr gute Recherche und verständliche Aufbereitung für die Zuschauer". "Mit allen Facetten eine Aufforderung an die Politik zu handeln", heißt es in der Begründung außerdem.

Über den Film 

Seit 30 Jahren genehmigt die EU-Kommission extrem niedrige Steuersätze auf Madeira. Das ursprüngliche Ziel: die Wirtschaft ankurbeln. Die trimedialen Einheiten BR Data und BR Recherche haben das Unternehmensregister Madeiras elektronisch durchsuchbar gemacht und erstmals systematisch ausgewertet. So kam ans Licht, dass vom "System Madeira" die Insel kaum profitiert. Tatsächlich nutzen internationale Großkonzerne, reiche Privatpersonen, Machthaber und ihr Umfeld die Niedrigsteuer. Arbeitsplätze entstehen kaum, anderen Ländern entgehen Steuereinnahmen in Milliardenhöhe. Europa-Abgeordnete wollen das nicht länger hinnehmen. Inzwischen beschäftigt sich ein EU-Untersuchungsausschuss mit dem Thema. 

Über die Auszeichnung

Logo des Deutschen Wirtschaftsfilmpreises | Bild: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Der Deutsche Wirtschaftsfilmpreis ist einer der ältesten deutschen Filmpreise. Bereits seit 1968 wird der Wirtschaftsfilmpreis für Dokumentationen vergeben, die sich in herausragender Weise mit Themen unserer modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft auseinandersetzen und diese für jedermann verständlich darstellen. Seit 2008 ist der Deutsche Wirtschaftsfilmpreis Bestandteil der "Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft" der Bundesregierung.

In diesem Jahr sind aus den rund 300 eingesendeten Filmbeiträgen in den Wettbewerbskategorien Wirtschaftsfilme bzw. -reportagen, Imagefilme aus der Wirtschaft, Audiovisuelle Beiträge für digitale Medien, Nachwuchsfilme sowie der Sonderkategorie "Deutsche Wirtschaftsgeschichte" insgesamt 25 Filme von der Jury nominiert worden.

Die ausgezeichnete Kontrovers-Story ist nicht der einzige Fernsehbeitrag, der aus der Recherche entstand. Auch report München hat sich an der Kooperation beteiligt und bereits einen Tag zuvor einen Magazinfilm ausgestrahlt.

Für den Hörfunk produzierten die Autoren Pia Dangelmayer, Wolfgang Kerler, Maximilian Zierer und Steffen Kühne Kurzbeiträge sowie den Funkstreifzug für B5aktuell und eine Wochenserie für die radioWelt auf Bayern 2.

Besonders ausführlich sind die Recherche und die Spurensuche auf Madeira im 6teiligen Podcast nachgezeichnet.

Außerdem alles zur Recherche bei BR.de:

Symbolbild: Geldscheinzoom mit Euro-Flagge darüber | Bild: BR zum Video mit Informationen System Madeira Steuerparadies mit Segen der EU-Kommission

Seit 30 Jahren genehmigt die EU-Kommission extrem niedrige Steuersätze auf Madeira. Das Ziel: die Wirtschaft ankurbeln. Tatsächlich profitieren internationale Großkonzerne und Superreiche. Arbeitsplätze entstehen kaum. Von Pia Dangelmayer, Wolfgang Kerler, Steffen Kühne und Maximilian Zierer [mehr]