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Floristenhandwerk Blumenläden sterben langsam aus

Floristen haben es in Deutschland sehr viel schwerer als früher. Die Kunden bleiben immer öfter weg, und qualifizierte Mitarbeiter finden sich selten. Steht ein ganzer Berufsstand vor dem Aus?

Von: Melanie Böff

Stand: 13.02.2018

ARCHIV - 09.02.2017, Hamburg: Verschiedenfarbige Rosen stehen für den Versand abgepackt im Großmarkt. (zu dpa «Da blüht was - Online-Händler versuchen es mit Blumen-Abos» vom 12.02.2018) Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Christian Charisius

Am 14. Februar ist Valentinstag - und bei den Floristen sollten spätestens jetzt schon die Kassen klingeln. Doch das Geschäft mit den Blumen läuft seit Jahren zäh, zumindest bei den Fachhändlern. Und das, obwohl die Leute heute genausoviel Geld für Blumen ausgeben wie noch vor einigen Jahren: 37 Euro pro Kopf für Schnittblumen und insgesamt drei Milliarden Euro im Jahr.

Floristen leiden unter dem Preiskampf

Tulpen vom Discounter für nicht einmal zwei Euro – das sind Preise, bei denen Blumenfachhändler schon lange nicht mehr mithalten können. Für die Blumenhändler harte Konkurrenz. Abheben können sich die Floristen zwar immer noch mit kreativen Sträußen und Gestecken zu Hochzeiten oder Todesfällen. Vielen Kunden ist der Weg ins Fachgeschäft trotzdem zu weit.

"Diese Idee des Konsumenten, dass er nur noch One-Shops haben möchte und dort alles erledigen, ist eine Komfortzone, die uns auch wieder Probleme macht." Barbara Storb vom Floristenverband Bayern

Alles in einem Laden kaufen, Obst, Milch und eben auch Blumen. Tausende Fachgeschäfte mussten so in den vergangenen zehn Jahren dicht machen. Nach Angaben des Floristenverbands Bayern gab es 2005 noch rund 15.000 Blumenfachgeschäfte in Deutschland, heute sind es gut ein Drittel weniger.

Die Azubis bleiben weg

Und nicht nur die Kunden bleiben weg - am Nachwuchs mangelt es auch. Wollten zur Jahrtausendwende noch 9.000 junge Menschen zum Floristen ausgebildet werden, sind es heute nur noch rund 3.000. Davon 500 in Bayern. So sieht es nicht gut aus für die Zukunft eines ganzen Berufsstandes.

Der Floristenverband Bayern setzt auf Werbung für die Ausbildung. Hier wolle man die jungen Leute mit der Schönheit des Berufes locken. Dass es beim Floristsein eben nicht nur darum geht, sich die Hände schmutzig zu machen, sondern einen Beruf zu erlernen, bei dem sich die Azubis kreativ voll ausleben können.


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Edith, Donnerstag, 15.Februar, 08:04 Uhr

6. Teure Blumen

Das erste, was nach der euroumstellung zunehmend teurer geworden ist, waren BLUMEN! Kein Wunder.. natürlich überlegt man sich, ob man einen Strauß Tulpen für 2.99 kauft oder im Fachgeschäft für 10 Euro. Zumal für sich selber... Ich kaufe nur im Blumenladen, wenn ich einen gebundenen Strauß als Geschenk möchte. Leider gibt es auch kaum eine preisliche „Zwischenlösung“ in den Läden, mit der man sich arrangieren könnte. Billig bei Aldi oder teuer im Blumenladen. Das ist meine Erfahrung und deshalb kaufe ich nur noch selten Blumen für mich.

Barbara, Mittwoch, 14.Februar, 12:43 Uhr

5. Der Mensch kann zwar ohne Blumen leben,

aber ohne Blumen ist das ganze Leben nichts!

RM, Mittwoch, 14.Februar, 07:38 Uhr

4. Auch andere Berufe sterben aus

Der Valentinstag ist natürlich ein Anlass, sich den Berufsstand mal genauer anzuschauen. Aber es verschwinden auch immer mehr Apotheken, kleine Bäcker und anderes mehr. Statt ehemaliger Familienbetriebe gibt es fast nur noch Kettenläden in den Städten. Fachleute prognostizieren ja, dass in den nächsten Jahrzehnten viele weitere Berufe nahezu aussterben werden. Sogar Juristen und ähnliches. Die Welt wandelt sich, man wandele sich mit!

  • Antwort von Barbara, Mittwoch, 14.Februar, 12:59 Uhr

    "Juristen sterben aus"? Der Beruf der Rechtspflege wird nie aussterben, weil ein geordnetes Staatswesen ohne Recht und Gesetz nicht leben kann. Ein Volk ohne Recht ist wie ein wilder Haufen. Aber natürlich gibt es in jedem Beruf auch Leute, die kein Gewissen haben; solche Leute sterben in allen Berufen aus.

  • Antwort von Wolfgang, Freitag, 16.Februar, 08:46 Uhr

    klarere Gesetze, weniger Ermessenspielraum und den klagendne Bürger mit sachgerechten Verwaltungsentscheidungen und Ersturteilen die Lust auf höhere Instanzen nehmen.

    Egal ob korrekte Asylablehnugsentscheide, Baugnehmigungen, Strafurteile oder auch Zivilrecht.

    Verwaltung und Amtsrichter, macht mit guter Arbeit die folgenden Instanzen arbeitslos, Urteilsanfechtungen müssen zu 99,99% "Hornberger Schiessen" und teuer für Prozeßhanseln werden.

    Negativbeispiel:

    Wohnblock mit 16 Wohnungen, alle zogen ein und waren zufrieden daß Hunde und Katzen nicht zulässig waren, ein Neumieter klagt auf Sittenwidrigkeit der Hunderverbotsklasusel und bekommt Recht.

    Daß die anderen 15 Mieter wohl extra wegen Hundervervot die Wohnung gerne anmieteten interessiert dann nicht, doofes Nachtarocken...

Squareman, Mittwoch, 14.Februar, 05:30 Uhr

3. Luxus

Wenn das Geld zum leben kaum reicht kann man sich eben den Luxus von Blumen nicht leisten. Die Preise sind aber auch happig, ob immer gerechtfertigt kann ich nicht beurteilen, aber ich kann mir das nicht leisten. Es gibt ja durchaus Alternativen, angefangen beim Diskounter oder der Tankstelle bis zum Online Händler.

  • Antwort von Erni, Donnerstag, 15.Februar, 03:00 Uhr

    das ist schon richtig, mit höheren Preisen kann man heutzutage "keinen Blumentopf gewinnen". Was aber nicht darüber hinweg täuscht, dass die Blumen an Tanke und im Discounter voll mit Spritzmitteln sind. Die " Hersteller" dieser importierten Pflanzen baden in Giften und ihr Verdienst dafür ist lächerlich. Einsacker sind wie immer.........na?. Während hiesige Gärtnereien meist auf solche Keulen verzichten. Drum lieber nur 3 Rosen, als 9 z.Bsp. und die vom Fachhandel. Leider ist auch hier, wie in anderen Belangen auch, die Devise, hauptsache billig.

  • Antwort von Jana, Samstag, 17.Februar, 14:57 Uhr

    @Erni, ich muss Sie enttäuschen:
    Die Gärtnereien haben einen Großteil ihrer Pflanzen und vor allem die Schnittblumen genauso aus dem Hollandgroßmarkttransporter wie Tanke und Discount.
    Der LKW hält an allen drei teuren Blumenläden und Gärtnereien im Ort.

Moni, Dienstag, 13.Februar, 16:59 Uhr

2. Kreativ, aber nicht nur bei der Preisgestaltung

Wenn der Florist seine Nische findet geht es bestimmt gut, leider gibt's da das gleiche grauenvolle Gesteck wie beim Aldi nur doppelt so teuer. Dann schließt der Florist bald. In kleinen Orten hingegen habe ich einmalige schöne Gestecke gefunden zum günstigen Preis. Wie das geht?
Vor Weihnachten in die Provinz fahren und man findet was man will.
Heut ist es schon zu spät für morgen.