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Gute Nachrichten für Geringverdiener Betriebsrenten sollen attraktiver werden

Mehr Geld vom Chef für die Rente - das könnte in diesem Jahr möglich werden. Betriebsrenten sollen gestärkt werden, das ist das Ziel entsprechender neuer Gesetzesregeln. Vor allem kleine und mittlere Firmen und Geringverdiener sollen damit erreicht werden.

Von: Nikolaus Nützel

Stand: 04.01.2018

Hand greift nach Ordner mit der Aufschrift "Betriebsrente" | Bild: picture-alliance/dpa

Eine betriebliche Altersversorgung kann helfen, Einschnitte bei der gesetzlichen Rente auszugleichen – darin waren sich Union und SPD einig, als sie das Betriebsrentenstärkungsgesetz auf den Weg gebracht haben.

Arbeitgeber und Gewerkschaften sollen sich einigen

Firmen können künftig Versorgungsangebote machen, bei denen sie keine bestimmte Verzinsung mehr garantieren müssen. Befürworter sehen das als wichtige Erleichterung für die Firmen. Kritiker warnen allerdings, dass diese Betriebsrenten nicht mehr verlässlich seien. Gleichzeitig sollen Arbeitgeber und Gewerkschaften Betriebsrenten-Angebote aushandeln können, die für alle Beschäftigten automatisch gelten, die unter den entsprechenden Tarifvertrag fallen – es sei denn, sie widersprechen aktiv.

Beschäftigte mit geringem Einkommen dürfen hoffen

Von diesen Neuerungen erhofft sich die Politik, dass mehr kleine und mittelgroße Unternehmen Betriebsrenten anbieten. Bei Firmen mit weniger als 250 Beschäftigten hat bis jetzt nur rund ein Drittel entsprechende Angebote. Und um echter Altersarmut vorzubeugen, erhalten Arbeitgeber beträchtliche Zuschüsse, wenn sie Beschäftigten mit einem Brutto-Monatseinkommen von weniger als 2.200 Euro eine Betriebsrente zusagen. Nach Einschätzung von Fachleuten wird es aber einige Zeit dauern, bis wirklich viele Firmen die Neuerungen annehmen.


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Nürnberger, Donnerstag, 04.Januar, 13:43 Uhr

1. ineffiziente Maßnahme

Ob das wirklich etwas bringt, ist fraglich. Über wieviele Jahre muss man einzahlen, damit am Ende eine nennenswerte Betriebsrente dabei rauskommt?

Beschäftigte mit einem Brutto von weniger als EUR 2.200 arbeiten zu einem Großteil bei Personaldienstleistern oder Leasingfirmen. Viele haben da keine langfristige Beschäftigung. sondern werden freigesetzt, wenn der Auftrag des Ausleihbetriebes erledigt ist. Im Gegensatz zu den Direktangestellten ist deren Entlohnung gering (siehe Tarifvertrag Personaldienstleister). Sofern die Personaldienstleister überhaupt eine Altersvorsorge (das kostet denen wieder Geld) zusagen, kommt am Ende wieder nur eine Kleinrente dabei raus, welche nur dazu beiträgt, den Abstand zwischen Rente und Grundsicherung zu verringern. Da kann man gleich die Grundsicherung erhöhen, das ist effizienter.

Danke an Rot-Grün und ihre Abgeordneten, die in ihrer Legislaturperiode dieses Miniverdienst-Arbeitmodell eingeführt haben

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