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Zwischenzeugnisse: In der Grundschule oft Gespräch statt Noten | BR24

© BR/Stefanie Wagner

Rund eine Million bayerische Schülerinnen und Schüler bekommen heute zum Ende des ersten Schulhalbjahres ein Zwischenzeugnis. Zumindest in den ersten drei Grundschuljahren gibt es heute statt Noten oft ein Lernentwicklungsgespräch.

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Zwischenzeugnisse: In der Grundschule oft Gespräch statt Noten

Rund eine Million bayerische Schülerinnen und Schüler bekommen heute zum Ende des ersten Halbjahres ein Zwischenzeugnis. Zumindest in den ersten drei Grundschuljahren gibt es heute statt Noten oft ein Lernentwicklungsgespräch.

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Wenn die bayerischen Grundschüler heute ihre Zwischenzeugnisse bekommen, dann gibt es immer seltener klassische Zeugnisse mit Noten. Stattdessen wurde zum Schuljahr 2014/15 ein alternatives Modell des Zwischenzeugnisses eingeführt - das sogenannte Lernentwicklungsgespräch. Die Schüler erarbeiten dabei im persönlichen Gespräch mit der Lehrkraft, welche Fortschritte sie in welchen Bereichen gemacht haben und wo es eventuell Schwierigkeiten gibt. Das wird dann schriftlich festgehalten.

Die Eltern sind bei dem Gespräch dabei und bekommen so ein direktes Bild von der schulischen Situation ihres Kindes.

Mehrzahl der Grundschüler bekommt alternatives Zwischenzeugnis

Laut Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hat sich die noch recht neue Möglichkeit zum Gespräch schon weitgehend durchgesetzt:

"Bei den Grundschulen sind es mehr als 90 Prozent, die teilnehmen. Das heißt aber nicht, dass es wirklich jede Schülerin und jeden Schüler betrifft. Aber es wird sehr angenommen." Michael Piazolo, Bayerischer Kultusminister

Die Entscheidung darüber, ob statt des benoteten Zwischenzeugnisses ein Lernentwicklungsgespräch geführt wird, trifft jede Grundschule individuell. Möglich ist es bislang für die Klassenstufen eins bis drei.

BLLV: Moderne und effektive Leistungsbewertung

Die Gesprächs-Variante ist ein zukunftsfähiges Modell der Leistungsbewertung, sagt auch der BLLV.

"Ich muss mich einschätzen können, ich will mich weiterentwickeln, ich will Feedback. Das ist sehr modern und sehr effizient. Zwar kostet es viel Zeit, aber wir spüren alle, dass es der richtige Schritt ist." Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands

Auch an den 5. und 6. Klassen der Mittelstufe gibt es die Möglichkeit zum Entwicklungsgespräch – allerdings zusätzlich zu den klassischen Noten. Ob dieses Modell auch für weiterführende Schulformen wie Realschulen und Gymnasien denkbar wäre, darüber werde schon länger nachgedacht, so der Kultusminister. Er führe dazu laufend Gespräche mit Lehrerverbänden und Eltern.