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Zwischenbilanz Wintervogel-Zählung – weniger Vögel in den Gärten | BR24

© picture-alliance/dpa

Die "Stunde der Wintervögel" als jährliche Vogelzählung gibt wichtige Hinweise auf die Bestände in Bayern.

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    Zwischenbilanz Wintervogel-Zählung – weniger Vögel in den Gärten

    Eine erste Auswertung der Wintervogel-Zählung "Stunde der Wintervögel" zeigt, dass heuer in den Gärten weniger Vögel zu finden sind. Laut einem LBV-Sprecher ist das nicht automatisch ein Grund zur Sorge.

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    Von
    • Annette Bögelein

    Weniger Vögel in den Gärten sei angesichts des warmen Winters nicht sofort ein Problem, erklärt Markus Erlwein vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) mit Sitz im mittelfränkischen Hilpoltstein. Es könne einfach sein, dass die Vögel im Wald und in den Fluren genug Futter finden und daher gar nicht in die Gärten kommen.

    Zwischenbilanz ist nur Trend

    Erst nach der Schluss-Auswertung aller Daten in ein paar Tagen durch die Biologen könne ein endgültiges Resümee gezogen werden. Dann wissen die Vogelkundler auch, wie es um den Bestand der Meisen aussieht. Im vergangenen Jahr hat eine bakterielle Krankheit im Frühjahr den Bestand stark dezimiert. Die ersten Auswertungen weisen aber auf einen geschrumpften Meisenbestand hin.

    Mehr Teilnehmer aber weniger Vögel

    In Bayern fand die Vogelzählung "Stunde der Wintervögel" zum 16 Mal statt. Es waren mehr Teilnehmer als in den vergangenen Jahren dabei. Vermutlich hatten die Menschen durch den Lockdown mehr Zeit und Muße zum Vögel zählen. Zwei Tage lang sollten die Laien Vögel vor der Haustüre, im Garten oder Park zählen und die Daten an den Landesbund für Vogelschutz (LBV) weitergeben. Trotz der hohen Teilnahme wurden bisher weniger Vögel gezählt als im mageren Jahr 2017 als pro Garten 33 Vögel gesichtet worden. In diesem Jahr sieht es aus als wären es noch weniger. Allerdings muss man noch die endgültige Analyse abwarten, erklärte ein Sprecher des LBV.

    Überraschende Vogelvorkommen

    In vielen Teilen Bayern wurden Erlenzeisige und Wacholderdrosseln beobachtet. Laut einem Sprecher des LBV könnte das mit dem sehr guten Obstjahr 2020 zusammenhängen. Die Wacholderdrosseln lieben Äpfel und Beeren und holen sich diese Restbestände gerne in den Gärten ab. Für die Erlenzeisige war es wohl ein gutes Brutjahr im Norden und Osten Europas. Sie kommen im Winter dann immer gerne zu uns. Dieses Jahr offenbar mit vielen Familienmitgliedern.

    Laien als wichtige Forscher

    Zum besseren Erkennen der Vögel hat der LBV auf seiner Seite die wichtigsten Vogelarten mit Foto abgelichtet. Hilfreich sind auch Bücher oder Apps fürs Handy zur Vogelbestimmung. Die Wintervogel-Zählung – „Stunde der Wintervögel" ist laut Landesbund für Vogelschutz (LBV) die größte Citizens Science Aktion in ganz Deutschland. Citizen Science bedeutet, dass Forschungsprojekte unter Mithilfe von oder gänzlich durch interessierte Laien durchgeführt werden. Die Zählung der Wintervögel wird seit 2011 in ganz Deutschland durchgeführt. Der LBV bietet noch andere Mitmachaktionen an wie das LBV-Familienprojekt.

    Wichtige Mitmachaktion

    Laut LBV ist die deutschlandweite Zählung der Wintervögel die größte Mitmachaktion im Land und hilft neues Wissen über Natur und Vögel zu gewinnen. Bei dieser Citizens Science Aktion werden Daten gesammelt und diese führen wiederum zu wissenschaftlichen Erkenntnissen. Bis heute ist Biologen und Ornithologen noch nicht klar, wie sich Vogelarten an die kalte und futterarme Jahreszeit anpassen oder welche Arten von einer Winterfütterung profitieren. Die Aktion "Stunde der Wintervögel" will auch dokumentieren wie sich der Klimawandel auf die Vögel auswirkt.