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Zeugnis-Tag in Bayern: Am Friedrich-List-Gymnasium in Gemünden haben nur die Zwölftklässler ihre Zwischen-Zeugnisse vor Ort bekommen, andere hatten sie im Briefkasten. Im Distanz-Unterricht sind die Noten dafür durch mündliche Prüfungen entstanden.

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Zwischen-Zeugnisse am Gymnasium Gemünden: Vor Ort und per Post

Zeugnis-Tag in Bayern: Am Friedrich-List-Gymnasium in Gemünden haben nur die Zwölftklässler ihre Zwischen-Zeugnisse vor Ort bekommen, andere hatten sie im Briefkasten. Im Distanz-Unterricht sind die Noten dafür durch mündliche Prüfungen entstanden.

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Von
  • Christiane Scherm

Mit FFP2-Maske steht Oberstufen-Koordinatorin Sabine Cramer-Deeg in der Turnhalle des Friedrich-List-Gymnasiums in Gemünden im Landkreis Main-Spessart. Über ihr hängt der Basketball-Korb. Die Schülerinnen und Schüler der zwölften Jahrgangsstufe sitzen in der Turnhalle verteilt auf Stühlen. Um die Corona-Abstände einhalten zu können, werden die Zwischen-Zeugnisse nicht im Klassenzimmer verteilt, sondern in der großräumigen Turnhalle.

Zeugnis wichtig für Abschluss-Klassen

"So, dann kommen wir jetzt zur Zeugnis-Vergabe. Wie immer fange ich oben bei A an und höre bei W auf", beginnt Cramer-Deeg. Vor allem für die Schüler der Abschluss-Klassen ist das Zeugnis wichtig. Wer für sein Studium eine bestimmte Note braucht, der schaut ganz genau hin. "Ich will Philosophie studieren. Da gibt es zwar keinen NC – aber mir ist es schon wichtig, in der Schule gute Leistungen zu bringen", sagt Zwölftklässler Emanuel Wolf.

Zeugnis-Vergabe in Gemünden vor Ort und per Post

Seine Jahrgangsstufe ist die einzige an der Schule, die die Zeugnisse persönlich vor Ort bekommen hat. Die neunten und zehnten Klassen hatten sie daheim im Briefkasten. "Glücklicherweise sind es bei uns nur die zwei Jahrgangsstufen. Die Klassen 5 bis 8 haben die Zeugnisse schon im Dezember bekommen. Für die Verwaltung ist das Verschicken der Zeugnisse ein großer Mehr-Aufwand", berichtet Schulleiter Ingo Schneider. Außerdem fallen hohe Porto-Kosten an.

Gymnasium sucht Kontakt zu den Eltern

Weil der persönliche Kontakt fehlt, hat die Schule dem Zeugnis ein Schreiben beigelegt. "Darin erläutern wir, dass die Noten sehr unterschiedlich zustande gekommen sind. Bei Schülern, bei denen es eng geworden ist, haben wir aber direkt bei den Eltern angerufen und das Gespräch gesucht", so Schneider weiter. Der Kontakt innerhalb der Schul-Familie sei ihm sehr wichtig, auch wenn aktuell mehr online oder per Telefon läuft.

Mündliche Noten per Video-Konferenz

Doch wie sind eigentlich die Noten für die Zwischen-Zeugnisse zustande gekommen? Vor Weihnachten waren die Schüler größtenteils noch vor Ort. Die Lehrer konnten Schulaufgaben schreiben und Abfragen machen, die benotet wurden. Doch dann kam der nächste Teil-Lockdown. In Zeiten von Distanz-Unterricht und Home-Schooling mussten die Lehrer kreativ sein. "Es gibt auch die Möglichkeit, per Video-Konferenz Noten zu machen. Zum Beispiel durch Referate, Vorträge oder Gruppen-Arbeiten. Da sieht man die Schüler ja und kann sich einen Eindruck verschaffen", so der Direktor.

Oberstufen-Koordinatorin Sabine Cramer-Deeg ergänzt, dass auch mündliche Schulaufgaben abgehalten wurden: "Im Englisch-Konversations-Kurs steht ja das Mündliche im Vordergrund. Da geht das auch per Video-Konferenz. Man sieht sehr gut, ob der Schüler irgendwo abliest oder zwischendurch googelt." Dadurch, dass vor Weihnachten auch noch Klausuren geschrieben wurden, gebe es jetzt ausreichend Noten für die Zeugnisse, so Cramer-Deeg.

Wechselnde Unterrichts-Modelle als Herausforderung für alle

Lehrer, Schüler und Eltern müssen sich in der Corona-Zeit immer wieder auf neue Unterrichts-Modelle einstellen: Distanz-, Präsenz- oder Wechsel-Unterricht. Eine Herausforderung für alle Beteiligten. "Ab dem 15. März gilt an der ganzen Schule Wechsel-Unterricht, wenn die Inzidenz unter 100 liegt. Immerhin haben wir dann eine Woche Planungs-Sicherheit, egal wie sich die Zahlen entwickeln", so Schulleiter Ingo Schneider. Den Wechsel-Unterricht zu organisieren, sei vor allem für berufstätige Eltern schwierig. "Die haben da eine große Last zu tragen, weil sie viel organisieren müssen", so Schneider.

Schüler nicht begeistert von Wechsel-Unterricht

Auch die Schüler sind nicht begeistert vom Wechsel-Unterricht. "Die eine Woche ist man daheim und es fühlt sich fast an, als hätte man Ferien. In der nächsten Woche geht es wieder ab, weil man ganz normal Unterricht hat", so Zwölftklässler Ahmed Al-Hamad.

Bayern plant Präsenz-Unterricht ab Mitte März

Bayern weitet den Präsenz- und Wechselunterricht an den Schulen Mitte März deutlich aus. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung in München an. Entscheidend wird die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt sein. Liegt dort der Wert unter 50, soll es für alle Grundschüler wieder Präsenz-Unterricht geben und für ältere Schüler Wechsel-Unterricht. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 soll es für alle Schüler Wechsel-Unterricht geben.

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