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Die Wegebauer, die den Grenzgängerweg erneuern, haben trotz des Knochenjobs Spaß
© Bad Hindelang Tourismus
© Bad Hindelang Tourismus

Die Wegebauer, die den Grenzgängerweg erneuern, haben trotz des Knochenjobs Spaß

Thilo Kreier, der Leiter des Grenzgänger-Projekts, ist sichtlich stolz auf die vier jungen Männer, die knapp 200 Meter unterhalb der Bockkarscharte zur Zeit neue Stufen bauen.

Aus Felsbrocken werden Treppen für den Grenzgängerweg

Einziges technisches Hilfsgerät neben Schaufel und Spitzhacke: eine Diesel-betriebene Seilwinde. Riesige Steinbrocken aus dem benachbarten Kar zerren sie damit auf den Steig, um die steile Scharte, entlang der massiven Felswand für den Bergsteiger sicherer zu machen. Michl Egger ist einer der Wegebauer: Die Steinstufen, die er baut, sind äußerst stabil: "Normal sollte sowas ewig halten, wenn nicht gerade ein Steinschlag von oben kommt oder sonstiges.“

Ganz einfach Grenzen überwinden beim Bergwandern

Die Steintreppe ist Teil der Sanierungsarbeiten für den neuen Grenzgängerweg: Einer Route, die auf bestehenden Höhenwegen von Bad Hindelang, ins Thannheimer Tal, um den bekannten Hochvogel herum ins Lechtal, Richtung Oberstdorfer Berge und wieder zurück durchs Ostrachtal führt.

„Ich find’s toll, dass wir so ein Projekt haben auch mit Hilfe der EU, dass diese Grenzen überwinden lässt. Also wir stehen hier direkt an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich, haben die Möglichkeit, da einfach rüber zu laufen, es gibt keine Grenzabfertigung und gerade in den Zeiten, die wir momentan haben, find ich cool, dass das geht.“ Thilo Kreier, Leiter des Grenzgänger-Projekts

1,5 Millionen Euro für den neuen Grenzgängerweg

Die drei Tourismusziele Thannheimer Tal, Lechtal und Bad Hindelang packen hier gemeinsam an: 1,5 Millionen Euro kostet das Projekt, 75 Prozent zahlt die EU, den Rest die beteiligten Gemeinden sowie die Alpenvereins-Sektion Allgäu-Immenstadt. Das Geld geht in Marketing für die Region, aber vor allem in die Wege, Thilo Kreier: „Wir wollen die nicht ausbauen, wir wollen die einfach nur sicherer machen, das heißt, wo heute vielleicht 5 Meter Seil drinhängen, hängen dann 10 Meter drin, wo 3 Stufen drin waren sind 7 Stufen drin und manchmal hängt auch kein Seil mehr drin, weil wir einfach die Wegneigung verändern.“

Wanderwege in den Hochalpen bauen - ein richtig harter Job

Harte Arbeit für Wegebauer wie Michl Egger: „Man muss halt gerne laufen mögen, es darf keinen scheuen, am Morgen mal 1,5 Stunden Zustieg zu machen, bis man auf der Arbeitsstelle ist.“ Und trotzdem lieben sie ihren Job, Michl Egger: „Ich weiß nicht, wie viele Leute durchlaufen und zu uns sagen: Da wo ihr arbeitet, da machen wir Urlaub und so ist es eigentlich – es ist wunderschön.“

Der Grenzgängerweg - anspruchsvoll, aber sicher

Wunderschön und abwechslungsreich, quer durch das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen, das ist der neue Grenzgängerweg, der bis 2021 vollständig markiert und in Stand gesetzt sein soll. Trotz verbesserter Wege, Höhenmeter und Strecke bleiben:

„Wir haben knapp 80 Kilometer und haben 6500 Höhenmeter, und wenn man die dann tatsächlich in sechs Tagen macht, dann weiß man auch, was man getan hat.“ Thilo Kreier, Leiter des Grenzgänger-Projekts

Der Grenzgängerweg ist also kein einfacher Wanderweg, sondern erfordert Kondition und an der einen oder anderen Stelle auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Die Wegebauer, die den Grenzgängerweg erneuern, haben trotz des Knochenjobs Spaß

Die Wegebauer, die den Grenzgängerweg erneuern, haben trotz des Knochenjobs Spaß

Autoren

Katharina ReichartRoswitha Polaschek

Sendung

Mittags in Schwaben vom 28.08.2018 - 12:05 Uhr