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Zwingt Corona die Reisebüros in die Knie? | BR24

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Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Reisebeschränkungen bangen viele Reisebüros um ihre Existenz. Auch in Dittelbrunn und Gochsheim müssen Reisebüros mit den Folgen von Reisebeschränkungen umgehen.

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Zwingt Corona die Reisebüros in die Knie?

Urlaub im Ausland ist coronabedingt derzeit schwierig oder gar nicht möglich. Darunter leiden insbesondere die Reisebüros. In Unterfranken mussten einige Büros deshalb schon schließen, andere halten sich gerade noch über Wasser.

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Die Reisebranche war die erste, die den Corona-Lockdown zu spüren bekommen hat – und wird wohl auch die letzte sein, die wieder rauskommt. Der Deutsche Reiseverband verzeichnet rund 75 Prozent Umsatzeinbruch im Vergleich zum Vorjahr, eine Besserung sei nicht in Sicht.

Deutlich weniger Urlaube im Ausland

Die Mehrheit der Deutschen macht ihren Urlaub normalerweise im Ausland. Der Hauptteil der Reiseausgaben fallen mit rund 70 Milliarden Euro deshalb auf den grenzüberschreitenden Verkehr, so Thorsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband. Daran hängen rund 100.000 Arbeitsplätze in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern. Diese Auslandsreisen sind coronabedingt nur noch sehr eingeschränkt möglich. Zusätzlich erschweren die sich permanent verändernden Risikogebiete die Situation für die Wirtschaft und für die Kunden. Es herrscht allgemeine Verunsicherung bei der Buchungsentscheidung aufgrund der unübersichtlichen Lage.

Buchungsverhalten hat sich verändert

Der Deutsche Reiseverband berichtet außerdem, dass die Kunden entweder extrem kurzfristig oder langfristig buchen. 75 Prozent der Buchungen, die im September getätigt wurden, waren für denselben oder den darauffolgenden Monat. Beliebt sind dabei insbesondere Flugpauschalreisen nach Griechenland, die Türkei oder Portugal. Aber auch Reisen nach Italien, Österreich oder innerhalb Deutschlands werden gebucht.

Reisebüros fühlen sich in Existenz bedroht

Durch Kurzarbeit und Überbrückungshilfen haben es die Reisebüros bisher geschafft, sich über Wasser zu halten. Für Carina Spirk, Inhaberin vom Reisebüro "Reisekult" in Schweinfurt, hat sich ihre Arbeit komplett verändert: Anstatt Urlaub für ihre Kunden zu organisieren und zu buchen, nimmt sie immer häufiger eine beratende Funktion ein. Sie hilft ihren Kunden, sich einen Überblick über sichere Reisegebiete und Hotels zu verschaffen. Trotzdem schafft sie es nur mit staatlichen und privaten Hilfen ihr Reisebüro weiter am Leben zu halten. Auch das Reisebüro "Prescher Reisen" in Dittelbrunn bekommt die Coronakrise deutlich zu spüren: Nur noch ein Kunde in zwei Wochen verzeichnet die Inhaberin Heike Prescher im Schnitt.

Mögliche Einreisequarantäne ab Oktober

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat mehrfach betont, dass Deutschland nicht in einen zweiten Lockdown steuern wird. Trotzdem will er ab Oktober eine Einreisequarantäne von fünf Tagen bei der Rückkehr aus allen Risikogebieten durchsetzen. Das könnte den endgültigen Todesstoß für die Reisebüros bedeuten, fürchtet der Deutsche Reiseverband.

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