Die "Danuvina Alacris" mit Ehrengästen bei der Bootstaufe.

Die "Danuvina Alacris" ist ein originalgetreuer Nachbau eines Römerschiffes. Sie wurde am Sonntag am Altmühlsee getauft.

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Zweites Römerboot am Altmühlsee getauft

Zweites Römerboot am Altmühlsee getauft

Mit der "Danuvina Alacris" schwimmt nun ein zweites Römerboot auf dem Altmühlsee. Der originalgetreue Nachbau eines spätantiken Schiffes ist offiziell getauft worden. Das Boot ist Teil eines europaweiten Projektes.

Der Nachbau eines Römerbootes ist am Sonntag am Altmühlsee getauft und zu Wasser gelassen worden. Mit dem üblichen "immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel" hat Christa Naaß, Vizepräsidentin des mittelfränkischen Bezirkstages, das Boot getauft. Es heißt "Danuvina Alacris" – die "beflügelte Donau".

"Danuvina Alacris" geht auf große Fahrt

Zwei Jahre lang hat Bootsbaumeister Andreas Gronau mit seinem Team und vielen Freiwilligen im Auftrag der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) an dem Römerboot gebaut. Für dieses Projekt mussten sich die Handwerker aus Norddeutschland erst einmal einlesen. Aber die Technik im traditionellen Holzbootbau sei immer noch ähnlich, so Bootsbauer Alex Blümel.

Das Römerboot ist zwei in Mainz gefundenen Wracks nachempfunden, die um das Jahr 350 nach Christus datieren, erklärt Boris Dreyer, Professor für Alte Geschichte an der FAU und zuständig für das Projekt. Die "Danuvina Alacris" ist Teil des sogenannten EU Interreg DTP-Projektes "Living Danube Limes", das mit 18 Partnern zusammenarbeitet. Das Römerboot sei sozusagen die Klammer, die alle Projekte verbindet, so Dreyer. Denn das Schiff soll sich Mitte Juli von Ingolstadt aus auf der Donau auf den Weg in Richtung Schwarzes Meer machen und alle 18 Projektpartner anfahren. - Soweit es das Kriegsgeschehen in der Ukraine zulässt.

Wasser im neuen Boot

Nachdem das Boot am Sonntag mit dem Autokran ins Wasser gelassen wurde, lief - wie geplant - ein wenig Wasser ins Schiff. Das sei notwendig, damit die Planken sich ausdehnen und das Boot richtig dicht wird, erklärte Boris Dreyer. Es käme ein bißchen zu wenig Wasser ins Boot, befürchtete allerdings Bootsbaumeister Andreas Gronau. Damit die letzten Risse zuquellen, wollen sie die "Danuvina Alacris" in den kommenden Tagen noch einmal mit Wasser auswaschen. Dann könne in den nächsten drei, vier Tagen auch schon gerudert werden, ist Gronau zuversichtlich.

Wissenschaftliche Erkenntnisse dank der Boote

Die beiden Römerboote haben einen wissenschaftlichen Hintergrund. Die Experten von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg um Professor Dreyer wollen herausfinden, welcher Bootstyp beispielsweise besser für die Aufgabe der Truppenverlegung geeignet war. Das geht konkret mit der Frage einher, welches Boot schneller fuhr und deshalb häufiger gebaut wurde. In den kommenden Jahren soll das geklärt werden.

Rudern mit dem Römerboot

Die Römerboote werden auch touristisch genutzt, um die römische Geschichte der Region erlebbar zu machen. Die "Danuvina Alacris" ist das zweite Römerboot, das auf dem Altmühlsee schwimmt. Das erste Boot, die Fridericiana Alexandrina Navis (F. A. N.), ist einem Römerschiff aus dem Jahr 100 nach Christus nachempfunden. In diesem Schiff können Interessierte an folgenden Terminen über den Altmühlsee rudern: 29. Juli; 12. und 26. August; 16. und 30. September.

Mithilfe eines Krans wurde das Römerschiff zu Wasser gelassen.

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Mit der "Danuvina Alacris" schwimmt nun ein zweites Römerboot auf dem Altmühlsee.

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