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18 gerissene Stück Damwild liegen in einem Wildgehege. Die Tiere, von denen 13 trächtig waren, kamen bei einem Wolfsangriff zu Tode.

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Zweiter Wolfsangriff in Oberfranken bestätigt

Beide Angriffe auf Wildtiergehege bei Betzenstein sind von einem Wolf verübt worden. Das haben DNA-Proben ergeben. Jetzt soll geklärt werden, wie viele Wölfe für den Tod der 25 Tiere verantwortlich sind und wo sie herkamen.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Thorsten Gütling

Auch hinter dem zweiten Angriff auf ein Wildtiergehege im Landkreis Bayreuth steckt mindestens ein Wolf. Das haben die DNA-Untersuchungen des Landesamtes Für Umwelt (LfU) ergeben.

25 gerissene Wildtiere bei Betzenstein binnen weniger Tage

Bei zwei Angriffen Ende Februar und Anfang März wurden bei Betzenstein insgesamt drei Rothirsche, vier Wildschafe und 18 Damhirsche gerissen. Wie das Landesamt für Umwelt nun bestätigt, handelte es sich in beiden Fällen um einen Angriff durch mindestens einen Wolf. Das hatte zuvor bereits ein Experte der Regierung von Oberfranken aufgrund des Biss-Bildes vermutet.

Anzahl, Geschlecht und Herkunft der Wölfe weiter unklar

Experten wollen die vor Ort genommenen Proben nun noch genauer untersuchen, um die Anzahl der Wölfe, ihr Geschlecht und ihre Herkunft herauszufinden. Im benachbarten Veldensteiner Forst wurde das bislang einzige Wolfsrudel mit Nachwuchs in Bayern nachgewiesen. Daraufhin startete dort ein bundesweit einzigartiges Forschungsprojekt um herauszufinden, wie sich die Anwesenheit des Wolfes auf Verhalten und Lebensraumnutzung von Hirsch, Reh und Wildschwein auswirkt.

Debatte um Schutz vor dem Wolf

Ein Wildtierhalter hatte Ende Februar drei Rothirsche und vier Wildschafe tot in einem Gehege in Betzenstein gefunden. Einige Tiere konnten bei dem Angriff fliehen. Nur wenige Tage später wurden in einem Nachbargehege 18 Stück Damwild gerissen, darunter 13 trächtige Tiere. Die Angriffe entfachten eine Debatte um die Ansiedlung des Wolfes im Freistaat.

Wöchentlich werden in Bayern Wölfe gesichtet

In Bayern gibt es in acht Regionen standorttreue Wölfe beziehungsweise Wolfsrudel. Zudem werden fast wöchentlich auch anderenorts einzelne Wölfe nachgewiesen. Laut LfU sind das zumeist durchwandernde Tiere, die ihre elterlichen Rudel verlassen haben und auf der Suche nach einem eigenen Gebiet sind.

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Nachdem einige Tiere in Betzenstein tot aufgefunden wurden, wird der Abschuss von Wölfen diskutiert. Auch Landwirte berichten von der Präsenz von Wölfen und fordern eine Lösung des Problems, da ihre Tiere leicht in Panik geraten.

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