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BR-Programm wegen Streiks teilweise beeinträchtigt | BR24

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Die Gewerkschaften ver.di und BJV haben Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks für Donnerstag und Freitag zum Streik aufgerufen. Besonders betroffen sind die Hörfunkwellen B5 aktuell, Bayern 2 und BR-Klassik. Auch im Fernsehen kommt es zu Ausfällen.

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BR-Programm wegen Streiks teilweise beeinträchtigt

Die Gewerkschaften ver.di und BJV haben Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks für Donnerstag und Freitag zum Streik aufgerufen. Besonders betroffen sind die Hörfunkwellen B5 aktuell, Bayern 2 und BR-Klassik. Auch im Fernsehen kommt es zu Ausfällen.

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Vor dem Hintergrund der laufenden Tarifverhandlungen haben die Gewerkschaften ver.di und BJV für Donnerstag, den 14. November, und Freitag, den 15. November, die Beschäftigten des Bayerischen Rundfunks in allen Betriebsteilen in Bayern kurzfristig zum Streik aufgerufen. Der Appell zur Arbeitsniederlegung gilt für alle Dienste, die Mittwoch um 23 Uhr oder später (bis Freitag 23:00 Uhr) beginnen und am Samstag in den frühen Morgenstunden enden.

Beeinträchtigungen im Hörfunk

Daher kam es bereits zu erheblichen Beeinträchtigungen im Programmablauf des BR. Am Donnerstag fielen Abendschau und Rundschau-Nacht aus. Besonders betroffen waren die Radioprogramme von B5 aktuell, Bayern 2 und BR-Klassik. Das Informationsradio B5 wird auch heute ab 16 Uhr auf Bayern 1 umgestellt. Bei Bayern 1 fallen zudem die Regionalsendungen aus. Bayern 2 sendet bis mittags sein eigenes Programm, dannzusammen mit B5 aktuell und später Bayern 1. Ab Mitternacht wird wie gewohnt auf das Programm von MDR Aktuell umgeschalten.

BR-Klassik sendet zum Teil ein Ersatzprogramm und zum Teil live. Ab 0.00 Uhr läuft das ARD-Nachtkonzert. Die digitalen Wellen BR Heimat, Bayern plus und PULS senden mit kleinen Einschränkungen regulär. Die Nachrichtenversorgung ist durch ein dreiminütiges News-Basispaket sichergestellt, das auf allen Wellen gesendet wird.

Ersatzprogramm im Fernsehen

Auch im BR Fernsehen wirkt sich der Streik auf das Programm aus, das teilweise geändert werden musste. Anstelle der Live-Sendungen "Abendschau – Der Süden", "Frankenschau aktuell" und "Abendschau" gibt es an beiden Tagen ein Ersatzprogramm mit Sendungen wie dem "Gipfeltreffen" mit Werner Schmidbauer, den "Landgasthäusern" oder Dokumentationen mit Franz Xaver Gernstl.

Für "Wir in Bayern" gibt es am Donnerstag ein Ersatzprogramm und am Freitag eine voraufgezeichnete "Wir in Bayern"-Ausgabe zur üblichen Sendezeit. Die für Freitag, 19 Uhr, geplante Diskussionssendung "Unser Land Extra" über Zukunftsfragen der Landwirtschaft muss um eine Woche verschoben werden auf Freitag, 22. November.

Die digitale Informationsmarke BR24 konnte Web, App und die Sozialen Medien nur eingeschränkt bedienen. Unsere User wurden aber auf allen Wegen mit den Top-News versorgt.

ARD-alpha sowie der laufende Weltrekordversuch "Der 72h Talkshow-Weltrekord – Das schaffst du nie!" sind von dem Streik nicht betroffen.

Mehr zu den Programmänderungen, die bis in die frühen Morgenstunden am Samstag reichen können, finden Sie auf BR Text und auf BR.de.

Auch in anderen ARD-Anstalten wird gestreikt. So war am Donnerstag unter anderem der NDR betroffen, am Freitag soll auch der WDR bestreikt werden.

BR-Verwaltungsdirektor Frenzel kritisierte den Aufruf der Gewerkschaften. Ein Streik sei ein gutes Recht jeder Gewerkschaft, man müsse sich aber fragen, ob ein Streik mit dieser Dauer dem bisherigen Verhandlungsstand gerecht werde.

Gewerkschaften fordern Honoraranhebung

Die Gewerkschaften fordern eine Anhebung der Honorare und Gehälter um 6 Prozent für ein Jahr, bei einer mehrjährigen Laufzeit mindestens ein Niveau entsprechend dem jüngsten Tarifabschluss für die Angestellten der Länder, also ein Gesamtvolumen von mindestens 3,2 Prozent pro Jahr.

Was der BR den Gewerkschaften anbietet

Der BR bietet aktuell eine Erhöhung der Tarifgehälter und der Effektivhonorare um 2,1 Prozent für das Jahr 2019 und 2,1 für das Jahr 2020 an, und weist darauf hin, dass bereits diese Erhöhungen oberhalb der aktuellen Inflation liegen und im BR nur über Umschichtungen und einen fortgesetzten Personalabbau zu finanzieren sind. Ein höherer Abschluss würde einen weiteren Abbau von Beschäftigung und Programm zur Folge haben.

Darüber hinaus ist der BR bereit, über eine von Gewerkschaften gewünschte Verlängerung der Laufzeit auf 33 Monate mit einer weiteren Erhöhung zum 1. April 2021 zu verhandeln.

In der fünften und bislang letzten Verhandlungsrunde hatte BR-Verwaltungsdirektor Dr. Albrecht Frenzel zudem auch strukturelle Maßnahmen angeboten, die den Programm- und Beschäftigungsumfang sichern würden – etwa, bis 2024 auf betriebsbedingte Entlassungen zu verzichten. Denkbar sei auch, die bisher unter einem Finanzierungsvorbehalt stehende Altersteilzeit für die Beschäftigten der Fernsehproduktion im Interesse eines sozialverträglichen Personalabbaus durchzuführen. Dieses Angebot würde unabhängig davon gelten, wie sich die Höhe des Rundfunkbeitrags entwickelt.

Nächste Verhandlungsrunde am 27. November

"Auch wenn der Aufruf zum Streik das unbestrittene Recht jeder Gewerkschaft ist: Vor dem Hintergrund der laufenden intensiven Bemühungen um eine Annäherung im BR wie in den anderen Rundfunkanstalten sind Streikaufrufe von mehr als zwei Tagen Dauer in der Geschichte des BR und der ARD ohne Beispiel. Das macht eine Einigung nicht leichter, die am Ende am Verhandlungstisch erreicht werden muss. Der BR muss bei diesen weiteren Verhandlungen darauf beharren, dass er nach geltendem Regeln nicht mehr ausgeben darf, als er einnimmt. Streiks werden an dieser Ertrags- und Gesetzeslage nichts ändern." BR-Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel

Die nächste Verhandlungsrunde beim BR findet am 27. November statt.