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Ein Familienvater aus dem Kreis Passau hatte bereits gestanden, dass er im vergangenen September mit seiner Tochter auf dem Beifahrersitz auf seine Frau und seinen vierjährigen Sohn losgefahren ist. Nun fiel das Urteil im Prozess um den Auto-Angriff.

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Zweieinhalb Jahre Haft für Auto-Angriff auf Frau und Kind

Ein Familienvater aus dem Kreis Passau hatte bereits gestanden, dass er im vergangenen September mit seiner Tochter auf dem Beifahrersitz auf seine Frau und seinen vierjährigen Sohn losgefahren ist. Nun fiel das Urteil im Prozess um den Auto-Angriff.

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Von
  • Katharina Häringer
  • Astrid Dachs
  • BR24 Redaktion
  • Norbert Bauer

Ein 44-jähriger Mann ist im September 2020 mit seinem Auto auf seine Noch-Ehefrau und den gemeinsamen vierjährigen Sohn zugefahren und hat die beiden verletzt. Er hatte sie mit ihrem neuen Partner gesehen. Dafür hat er nun eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren bekommen. Das Landgericht Passau verurteilte ihn am Mittwoch wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Gericht bleibt unter Forderung der Verteidigung

Das Gericht blieb noch unter der Forderung der Verteidigung, die für drei Jahre plädiert hatte. Das Gericht sah einen Tötungsvorsatz gegen die Frau nicht als erwiesen: "Möglich, dass er sie töten wollte, es ihm auch bewusst war, dass sie sterben kann." Mit der Sicherheit, die es für eine Verurteilung brauche, reiche das aber nicht aus.

Tötungsvorsatz nicht erwiesen

Am helllichten Tag, vor Zeugen, ohne Eigensicherung - es sei aus Tätersicht eine "gnadenlos dämliche Tat" gewesen, sagte der Vorsitzende Richter. "Schon deshalb gehen wir von einer Spontan-Tat aus."

Aus Eifersucht rot gesehen

Die Anklage hatte acht Jahre gefordert, unter anderem wegen versuchten Totschlags. Denn dem Angeklagten hätte bewusst sein müssen, dass die Aktion hätte tödlich ausgehen können. Ihm sei es darum gegangen, seine Ex-Partnerin zu verletzen. Für den Staatsanwalt lag deshalb ein bedingter Tötungsvorsatz vor.

Der Verteidiger hatte sich für eine Freiheitsstrafe von drei Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung ausgesprochen. Der 44-Jährige habe im Affekt gehandelt, für ein oder zwei Sekunden Gas gegeben, nach dem Aufprall aber davon abgelassen, woraufhin das Auto zum Stehen kam.

Angeklagter entschuldigte sich unter Tränen

Der Angeklagte hatte sich unter Tränen bei seiner Ex-Frau entschuldigt und gesagt, er bereue seine Tat jeden Tag. "Ich bin froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist", sagte er. Die Frau hat für beide Kinder das vollständige Sorgerecht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach einem Streit die Nerven verloren

Der Mann hatte im September 2020 in Kirchham im Landkreis Passau seine getrennt von ihm lebende 25 Jahre alte Ehefrau mit ihrem neuen Partner und den beiden gemeinsamen Kindern erblickt und die Nerven verloren. Nach einem Streitgespräch fuhr er mit etwa 28 Stundenkilometern auf Sohn und Frau zu. Dabei traf er zunächst ein geparktes Auto neben den beiden. Frau und Sohn wurden verletzt.

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Der Angeklagte im Gespräch mit seinem Anwalt

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