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Zwei Wochen nach der Brandkatastrophe in Thyrnau | BR24

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Zwei Wochen nach der Brandkatastrophe in Thyrnau

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Zwei Wochen nach der Brandkatastrophe in Thyrnau

Vor knapp zwei Wochen brannte Markus Fischs Bauernhof in der Gemeinde Thyrnau (Lkr. Passau) lichterloh. Das Wohnhaus wurde gerettet, die landwirtschaftlichen Gebäude nicht. Auch heute sind Entsetzen und Brandgeruch noch nicht gewichen.

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Vor knapp zwei Wochen brannte in der Gemeinde Thyrnau im Landkreis Passau der Hof von Landwirt Markus Fisch nieder. Das Wohnhaus konnte gerade noch gerettet werden, aber die landwirtschaftlichen Gebäude wurden alle durch den Großbrand komplett zerstört. Der Schaden: weit über eine Million Euro.

Einst ein florierender Hof - heute eine verbrannte Ruine

Wie verkraftet jemand so eine Katastrophe? Der 41-jährige Markus Fisch erzählt vom Feuer, das alles zerstört hat, bei dem über 20 seiner 170 Tiere verendet sind und von den dramatischen Rettungsarbeiten.

"Wie wir die Kühe rausgetrieben haben - die ganzen Helfer, die noch drin waren. Da haben wir geschrieen ´Geht raus!`. Da ist der Rauch schon im Stall gestanden und es war heiß ohne Ende. Dann haben sie meinen Vater aus dem Fenster raus gezogen, der wäre sonst nicht raus gekommen." Markus Fisch, Landwirt

Die Schäden sind enorm: 1,5 Millionen Euro. Allein der Melkroboter, den er vor ein paar Monaten in Betrieb genommen hatte, war eine 200.000 Euro-Investition.

Schockstarre nach dem Feuer

Gleich nach dem Feuer waren Markus und seine Familie zu fast nichts fähig, sie standen unter Schock. Aber dann musste der Landwirt schnell wieder funktionieren und erstmal abfragen, wo die geretteten Rinder alle untergebracht sind. Dann die Aufräumarbeiten, die Kripo ermittelte tagelang, Versicherungen schickten ihre Experten, Termine mit Abbruchfirmen, mit dem Veterinäramt, dem Amt für Landwirtschaft. Die Tage waren dem Bauern viel zu kurz.

"Vor acht Tagen war meine To-Do-Liste noch ein bisschen länger. Sie wird etwas überschaubarer und der Elan, der kommt wieder. Es geht weiter." Markus Fisch, Landwirt

Dass es weitergeht mit diesem Vorzeigehof in seiner Gemeinde hofft auch der Bürgermeister von Thyrnau, Alexander Sagberger. Er schaut regelmäßig bei den Fischs vorbei.

© BR/Martin Gruber

Alexander Sagberger, Bürgermeister von Thyrnau und Markus Fisch, Landwirt, an der Brandruine

Markus Fisch spricht tatsächlich schon wieder vom Neubeginn. Auch wenn mit den Versicherungen längst nicht alles geklärt ist. Seinen Betrieb wird er etwas umstellen, sagt er, aber mit der Milchwirtschaft auf alle Fälle weitermachen.

Viel Solidarität und ein Hass-Brief

Die Familie hat in den letzten Tagen viel Solidarität erfahren: in der Gemeinde, in der Pfarrei, bei Hofnachbarn. Es kamen sogar finanzielle Hilfsangebote.

Es gab aber auch einen anonymen Brief mit unfassbarem Inhalt: "Wir hätten uns gefreut, wenn einer von Euch Drecksbauern, der uns stets mit Gülle das Wochenende vermiest, endlich weg wäre". Dem Landwirt, der fast seine komplette Existenz verloren hat und Bürgermeister Sagberger fällt da nicht mehr viel ein. "Ich bin da sprachlos, die Gesellschaft verroht unendlich. Das ist eine Gemeinheit sondersgleichen", sagt der Bürgermeister. Markus Fisch will über den Drohbrief nicht mehr groß reden: Er hat anderes zu tun - knapp zwei Wochen nach der Brandkatastrophe auf seinem Hof.