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Im Prozess wegen zweifachen Mordes am Landgericht Regensburg fordert die Staatsanwaltschaft eine lebenslängliche Freiheitsstrafe

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    Zwei Kinder getötet - Staatsanwalt fordert lebenslange Haft

    Im Prozess vor dem Landgericht Regensburg um zwei getötete Kinder in Schwarzach hat der Staatsanwalt lebenslange Haft für den Angeklagten gefordert. Er soll seine Kinder aus egoistischen Motiven getötet haben. Der Verteidiger plädiert auf Totschlag.

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    • BR24 Redaktion

    Für die Tötung seiner beiden kleinen Kinder soll ein 37 Jahre alter Mann aus Schwarzach im Kreis Straubing-Bogen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft Regensburg zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen zweifachen Mordes verurteilt werden. Der Verteidiger plädierte auf 14 Jahre Haft wegen zweifachen Totschlags.

    Staatsanwalt: Heimtücke und niedrige Beweggründe

    Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher sah in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Regensburg die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe als gegeben an. Motiv seien Macht- und Besitzwillen gewesen. Der Mann habe den acht Jahre alten Sohn und die sechsjährige Tochter nicht seiner Ex-Freundin und deren neuen Partner überlassen wollen.

    Der Ankläger ging unter anderem auf Internetsuchen des 37-Jährigen ein, die belegten, dass dieser sich schon vier Tage vor der Tat mit der Tötung seiner Kinder befasst habe. Zudem hätten die Kinder nicht argloser sein können: Sie hätten dem Vater vertraut.

    Der Nebenklagevertreter schloss sich den Ausführungen des Oberstaatsanwaltes an und plädierte ebenfalls auf eine Verurteilung wegen zweifachen Mordes. Zudem forderte er die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

    Verteidiger: Geständnis als positiv zu werten

    Anwalt Uwe Grabner sah als Verteidiger keine Mordmerkmale als verwirklicht an. Es sei nicht auszuschließen, dass der Vater den Tötungsvorsatz erst gefasst habe, nachdem er die Kinder gefesselt hatte.

    Grabner zufolge habe der Mann die ernsthafte Absicht gehabt, Suizid zu begehen. Das Motiv sei unter anderem in der persönlichen Situation - etwa der Jobverlust - und auch in der dissozialen Persönlichkeit des Mannes zu finden, nicht aber in einer Bestrafung der Mutter. Das Geständnis seines Mandanten und dass er sich nach der Tat der Polizei stellte, seien positiv zu werten.

    Angeklagter bereut seine Tat

    In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte: "Es tut mir leid, ich bereue alles zutiefst. Meine beiden Kinder sind tot. Das ist das Schlimmste, was es für mich gibt." Die Schwurgerichtskammer kündigte das Urteil für den 18. Mai an.

    Vater inszenierte tödliches Polizei-Spiel

    Der angeklagte Deutsch-Serbe hatte seinen Kindern im Mai 2020 vorgegaukelt, Polizist zu spielen und sie deswegen zu fesseln. Dann zog er ihnen jedoch jeweils eine Tüte über den Kopf und erwürgte sie. Nach der Tat in Schwarzach hatte der Mann versucht, sich in Straubing mit einem Sprung in die Donau das Leben zu nehmen. Das misslang und er stellte sich kurze Zeit später der Polizei.

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