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1960 wurde die Antibabypille eingeführt. Damals eine Revolution, aber seitdem hat sich nicht viel getan. Um Pille oder Spirale muss sich vor allem die Frau kümmern. Das wollen zwei junge Frauen jetzt ändern.

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Zwei junge Frauen kämpfen für gerechtere Verhütung

1960 wurde die Antibabypille eingeführt. Damals eine Revolution, aber seitdem hat sich nicht viel getan. Um Pille oder Spirale muss sich vor allem die Frau kümmern. Das wollen zwei junge Frauen jetzt ändern, eine von ihnen kommt aus dem Odenwald.

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Von
  • Wolfram Hanke

Das Thema Verhütung gerechter gestalten, das wollen Jana Pfenning und Rita Maglio. Den Impuls für die Kampagne hat Jana Pfenning gegeben. Die 25-Jährige hat vor fast sieben Jahren am Julius-Echter-Gymnasium in Elsenfeld im Landkreis Miltenberg Abitur gemacht und studiert inzwischen die Internationale Beziehungen in Berlin.

Die Idee kam ihr, als sie einen Job als Referentin in einem Abgeordnetenbüro in Brüssel hatte. Betterbirthcontrol.org, so heißt die Webseite, mit der sie über ihre Initiative informieren wollen. Rita Maglio hat Anfang 2020 ein Praktikum in Brüssel gemacht und war sofort begeistert von Jana Pfennings Idee, Verhütung gerechter zu machen.

Verantwortung für Verhütung gerechter verteilen

Bislang trägt die Hauptlast für Verhütung vor allem die Frau. Sie nimmt die Pille oder lässt sich eine Spirale einsetzen und trägt meistens auch die Kosten dafür. Männer stellen sich gerade mal im Supermarkt an der Kasse an, um Kondome zu kaufen. Das finden Rita Maglio und Jana Pfenning ungerecht und wollen das ändern.

Die beiden jungen Frauen fordern, dass mehr Geld in die Forschung investiert werden solle, um mehr Verhütungsmethoden für Männer auf den Markt zu bringen. Außerdem wollen sie, dass mehr zur Verfügung gestellt wird, um die Nebenwirkungen von Verhütung zu reduzieren. Und Jana Pfenning und Rita Maglio wollen, dass die Kosten für Verhütungsmittel zu 100 Prozent von Krankenkassen oder dem Staat erstattet werden.

Schon über 50.000 Unterschriften gesammelt

Und was sagen die Männer dazu? Bisher gibt es noch keine repräsentative Umfrage zu dem Thema, aber die Resonanz auf ihrer Webseite macht den beiden Initiatorinnen Mut. In den ersten fünf Tagen der Petition konnten Jana Pfenning und Rita Maglio über ihre Webseite schon 50.000 Unterschriften einsammeln. Auch von Männern. Mit dieser Unterstützung wollen die beiden Frauen jetzt mit Vertretern aus Politik und Pharmaindustrie ins Gespräch kommen. Und irgendwann wollen die beiden ihre Unterschriftenliste an Gesundheitsminister Jens Spahn übergeben.

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