BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Karl-Josef Hildenbrand

Sie gilt als ansteckender, Impfungen wirken womöglich weniger gut: die brasilianische Corona-Variante. Nun sind in Augsburg zwei Fälle der Mutante nachgewiesen worden. Und es gibt weitere Verdachtsfälle. Die Stadtspitze ist alarmiert.

15
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Zwei Fälle der brasilianischen Corona-Mutante in Augsburg

Sie gilt als ansteckender, Impfungen wirken womöglich weniger gut: die brasilianische Corona-Variante. Nun sind in Augsburg zwei Fälle der Mutante nachgewiesen worden. Und es gibt weitere Verdachtsfälle. Die Stadtspitze ist alarmiert.

15
Per Mail sharen
Von
  • Andreas Herz

"Wir tun alles, um die Fälle einzudämmen", sagt Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber, nachdem in einer Arbeiterunterkunft zwei Infektionen mit der brasilianischen Mutante nachgewiesen wurden. Insgesamt geht das Augsburger Gesundheitsamt derzeit von fünf Fällen aus. (Lesen Sie hier, wie gefährlich die brasilianische Mutante ist)

Ausbruch in Arbeiterunterkunft

Das Wohnhaus im Stadtteil Lechhausen, in dem die Betroffenen wohnen, wurde unter Quarantäne gestellt. 20 Personen sind davon betroffen. Auch der Arbeitgeber habe seinerseits Mitarbeiter nach Hause geschickt, die womöglich mit den Arbeitern aus der Unterkunft Kontakt hatten. Das Augsburger Gesundheitsamt hält solche Arbeiterunterkünfte für problematisch, da dort viele Menschen auf engem Raum untereinander Kontakt haben.

Stadt nennt drei Gründe für Inzidenz-Anstieg

Die Stadt verzeichnet derzeit ohnehin einen starken Anstieg der Inzidenz auf fast 250. Laut dem Augsburger Gesundheitsamt sind private Treffen, der Kälteeinbruch sowie Test-Verzögerungen Gründe dafür. "Infektionen waren zuletzt zu 50 Prozent auf private Treffen zurückzuführen, sonst sind es nur rund 30 Prozent", so Dr. Thomas Wibmer vom Augsburger Gesundheitsamt.

Hintergrund seien wohl Familienfeiern über Ostern. Auch ausbleibende oder verzögerte Tests während der Feiertage würden nun die Zahlen nach oben schnellen lassen. Zudem sei der Kälteeinbruch der vergangenen Tage problematisch gewesen, da wieder mehr geheizt worden sei. Dies sei ein bedeutender Aspekt, "da in der trockenen Luft die Corona-Viren länger in der Luft schweben und weniger gelüftet wird".

Oberbürgermeisterin gegen noch striktere Maßnahmen

Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) appellierte an die Bürger, private Treffen entsprechend den Vorgaben einzuschränken: "Anders bekommen wir die Pandemie nicht in den Griff." Ein erneutes Alkoholverbot oder eine Ausweitung der Maskenpflicht ist für Weber angesichts der vielen Infektionen im privaten Bereich nicht sinnvoll.

Beim Impfen werde man demnächst mit der Priortäten-Gruppe drei beginnen, weil aus Gruppe eins und zwei fast alle Registrierten geimpft seien. Zur Gruppe drei zählen zum Beispiel Menschen, die in der kritischen Infrastruktur arbeiten, wie etwa im Bereich, Ernährung, Pharma, Abwasser- und Abfallwirtschaft oder der städtischen Verwaltung. Weber appellierte nochmals nachdrücklich an alle über 70-Jährigen, sich über das Impfportal anzumelden. "Wer zu dieser Gruppe gehört, wird dann sehr schnell einen Impf-Termin bekommen."

Zwei neue Schnelltest-Zentren in Augsburg

Weber kündigte an, dass es ab dem 19.4. zwei weitere Schnelltest-Zentren gebe soll: eines am Gögginger Hallenbad und eines auf dem Parkplatz des Seniorenzentrums „Lechrain“. Zudem könne man sich künftig auch sonntags am Plärrer testen lassen. Zusammen mit den Tests in zehn Apotheken seien nun 20.000 Schnelltests pro Woche in Augsburg möglich, so Weber.

Zur Lage im Uniklinikum sagte Weber, dass die Intensivbetten erneut knapp würden und wieder über eine Verlegung von Patienten in andere Krankenhäuser nachgedacht werden müsse. "Die Situation verschärft sich deutlich", so Weber angesichts vieler schwerer Verläufe bei Patientinnen und Patienten im mittleren Alter.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick - kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!