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Zwangsprostitution: Gefängnis für Rosenheimer Hells Angel | BR24

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Hells Angel von hinten auf einem Motorrad

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    Zwangsprostitution: Gefängnis für Rosenheimer Hells Angel

    Das Amtsgericht Rosenheim hat den Ex-Präsidenten des Hells-Angel-Chapters Rosenheim zu einer Haftstrafe wegen Zwangsprostitution verurteilt. Das berichten heute das Bayerische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Traunstein.

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    Von
    • Matthias Lauer
    • Henning Pfeifer

    Eigentlich sollte der ehemalige Rockerpräsident der Hells Angel wegen Handels mit Kokain vor Gericht gestellt werden. Doch dieser Verdacht ließ sich nicht erhärten. Dafür ein anderer, nämlich der der Zwangsprostitution.

    Zwei Prostituierte arbeiteten für Hells Angel

    Seine Lebensgefährtin finanzierte mit ihren Einnahmen aus dem Rotlicht-Gewerbe freiwillig das gemeinsame Leben. Daneben brachte der 36-Jährige eine junge, alleinerziehende und finanziell in Not geratene Mutter dazu, sich ebenfalls zu prostituieren und ihm die Einnahmen zu überlassen, rund 40.000 Euro in drei Monaten.

    Verurteilter führte Luxusleben

    Ihr hatte er die große Liebe versprochen. Das Geld der Frau kam aber nicht ihr zugute, sondern floss in seinen gehobenen Lebensstil. Neben seiner Harley Davidson unterhielt er einen Bentley und einen Maserati.

    Ein Jahr und acht Monate in Haft

    Mit seiner Festnahme im September 2019 war Schluss mit dem süßen Leben auf Kosten der beiden Frauen. Weil er die Notlage der jungen Mutter für sich ausgenutzt hatte, erhielt der ehemalige Rockerpräsident ein Jahr und acht Monate Haft ohne Bewährung.

    Prostitution unter Druck ist strafbar

    Den Ermittlungsbehörden zufolge ist das Urteil ein deutliches Signal, dass eine Ausbeutung von Prostituierten auch dann strafbar sei, wenn die Geschädigte nicht mit Gewalt zur Ausübung des Gewerbes gezwungen werde, sondern ein Abhängigkeitsverhältnis zum Zuhälter unter dem Deckmantel einer angeblichen Liebesbeziehung geschaffen werde. Das Urteil war vor zwei Wochen verhängt worden, inzwischen ist es rechtskräftig.