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Zwangsquarantäne in München für mehr als 20 Personen | BR24

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In München sind 21 Menschen in Gewahrsam genommen worden, die nach positiven Corona-Tests hartnäckig gegen Quarantänevorschriften verstoßen hatten. Sie wurden in einem Apartmenthotel einquartiert und werden von der Polizei bewacht.

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Zwangsquarantäne in München für mehr als 20 Personen

In München wurden zwischen Februar und August 21 sogenannte "Quarantäneverweigerer" in Gewahrsam genommen und gegen ihren Willen in einem Apartmenthotel einquartiert. Die Polizei überwachte sie rund um die Uhr.

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In München sind zwischen Februar und August 21 "Quarantäneverweigerer" in Gewahrsam genommen und gegen ihren Willen in einem von der Stadt gemieteten Apartmenthotel einquartiert worden. Die Betroffenen sind aus der Stadt und dem Landkreis München und wurden rund um die Uhr von der Polizei bewacht.

Kosten für Verpflegung und Polizeiüberwachung

Auf Anfrage bestätigte jetzt das Referat für Gesundheit und Umwelt der Stadt München Informationen des Bayerischen Rundfunks zum Umfang der Maßnahmen. Untergebracht wurden die Betroffenen in zwei Stockwerken des ehemaligen Münchner Hotels, wo ihnen auch Verpflegung zur Verfügung gestellt wurde. Aktuell sei aber kein "Quarantäneverweigerer" dort untergebracht, stellte das Referat für Gesundheit und Umwelt klar.

Unklar, wer Kosten übernimmt

In welchem Umfang die Betroffenen, die positiv getestet wurden und hartnäckig gegen Quarantänevorschriften verstoßen hatten, Kosten selbst tragen müssen, ist nicht bekannt. Zu den Kostenfaktoren gehören auch die Polizeibeamten, die rund um die Uhr die Betroffenen daran hindern sollen, ihre Appartements zu verlassen.

Bayern erhöht Bußgelder bei Corona-Verstößen

In Bayern gelten seit Ende August höhere Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht und die Quarantänevorschriften. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nannte die steigenden Corona-Zahlen zuletzt "besorgniserregend". Deshalb habe die Staatsregierung die Zügel wieder anziehen müssen, sagte Söder zu der Verschärfung: "Corona ist wieder da", so der Ministerpräsident Ende August.

Unter anderem gibt es seitdem verschärfte Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht. Derzeit werden 250 Euro fällig, bei wiederholtem Verstoß auch 500 Euro. Davor waren 150 Euro fällig, wenn trotz Maskenpflicht in Läden, Gasthäusern, Zügen und Bussen der Mund-Nasen-Schutz fehlte.

2.000 Euro bei Verstößen gegen Quarantäne

Die Polizei soll zudem die Überwachung der Masken- und Quarantänepflicht ergänzen. Bislang waren hierfür nur die Gesundheitsbehörden zuständig. 2.000 Euro Bußgeld stehen auf Verstöße gegen Quarantäneauflagen.

Inwieweit die nun unter Zwangsquarantäne gestellten Personen bereits mit Bußgeldern belegt worden sein könnten, ist derzeit nicht bekannt.

💡 Wer entscheidet über die Quarantäne?

Die Quarantäne wird vom Gesundheitsamt oder Arzt angeordnet und ist gesetzlich derzeit bei 14 Tagen festgesetzt, nach dem Nachweis einer Infektion. Infizierte Patienten werden isoliert, zum Beispiel auf einer entsprechenden Station in Krankenhäusern, oder begeben sich zuhause freiwillig in Isolierung. Man kann sich aber auch freiwillig in Quarantäne begeben, das heißt einfach daheim bleiben, niemanden treffen. In jedem Fall geht es darum, zuhause zu bleiben und alle Kontakte zu vermeiden. Quarantäne ist etwas offiziell Angeordnetes, der Verstoß dagegen kann geahndet werden, zum Beispiel mit Bußgeldern und Zwangsquarantäne.

Anmerkung der Redaktion: Das Referat für Gesundheit und Umwelt hat klargestellt, dass die 21 Personen zwischen Februar und August untergebracht waren und dass aktuell keine Zwangsabsonderung vollzogen wird. Wir haben die Informationen nachträglich ergänzt.

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