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Zustimmung und deutliche Kritik zum Würzburger Brückenschoppen | BR24

© picture alliance / dpa

Zwei Frauen stoßen in Würzburg mit Wein an (Symbolbild).

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    Zustimmung und deutliche Kritik zum Würzburger Brückenschoppen

    Seit dem Vatertag darf auf der Alten Mainbrücke wieder geschöppelt werden. Doch der Würzburger Brückenschoppen polarisiert in Zeiten von Corona. Während die Stadt viel Zustimmung bemerkt, kommt Kritik etwa von Künstlern der fränkischen Fastnacht.

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    Dicht an dicht gedrängt, so geht üblicherweise beim Würzburger Brückenschoppen zu. Für mehrere Wochen stand der Brückenschoppen nach Beginn der Corona-Pandemie still. Nun darf er unter Auflagen wieder stattfinden. Mit Blick auf die Corona-Abstandsregeln gehen die Meinungen dazu auseinander.

    Deutliche Kritik am Würzburger Brückenschoppen

    Viele Nutzer in den sozialen Netzwerken kritisieren zum Beispiel, dass der Mindestabstand beim Start des am Vatertag nicht eingehalten worden sein soll. Viele Menschen seien dicht an dicht gestanden. Dieser Kritik schließen sich auch die fränkischen Fastnachtsstars Sebastian Reich aus Unterfranken und Volker Heißmann aus Mittelfranken an: "Wir dürfen nicht Theater spielen aber der Brückenschoppen in Würzburg wird genehmigt. Wo ist denn da der Abstand?", schreibt Volker Heißmann auf Facebook.

    Bauchredner Sebastian Reich fordert Debatte über Kulturbetrieb

    Kritisch zur Wiederaufnahme des Brückenschoppens äußert sich auch Bauchredner Sebastian Reich. "Ich gönne Jedem seinen wohlverdienten Schoppen und ich gönne auch jedem Gastronom seinen Umsatz. Aber man muss schon sagen, es wird mittlerweile mit zweierlei Maß gemessen", sagte der Künstler im BR-Interview. Reich bemängelt, dass nun von der Stadt Würzburg beim Brückenschoppen ein "Experiment" gewagt werde, während Künstler in der Öffentlichkeit weitgehend auf taube Ohren stießen: "Wir bieten seit vielen Wochen auch Konzepte an, zum Beispiel für Open-Air-Veranstaltungen im kleinen Stil. Das wird uns nach wie vor verwehrt und es gibt keine Perspektive, wie das weitergehen soll."

    Reich äußert sich überrascht darüber, dass auf Bildern im Internet nun viele Menschen beim Brückenschoppen zu sehen sind. Er zweifelt daran, ob hierbei immer der erforderliche Mindestabstand eingehalten worden ist.

    Stadt Würzburg zieht positives Fazit des Eröffnungstages

    Von der Stadt Würzburg heißt es, dass es zwar viel Kritik am Brückenschoppen gebe, aber eben auch sehr viel Zustimmung. Nach einer ersten Einschätzung sei bei der Wiedereröffnung des Brückenschoppen alles "diszipliniert und ruhig" zugegangen, sagt Pressesprecher Christian Weiß. Eine ausführliche Bilanz will die Stadt erst am Montag ziehen. Polizeiliche Einsätze am Vatertag in Zusammenhang mit dem Brückenschoppen gab es nicht, wie das Polizeipräsidium Unterfranken mitteilt. Für die Überwachung des Brückenschoppens sei schwerpunktmäßig das Ordnungsamt zuständig. Die Polizei komme erst dazu, wenn Beamte gezielt angefordert werden, etwa vom Ordnungsamt oder nach einem Notruf.

    Brückenschoppen in Zeiten von Corona

    Seit Christi Himmelfahrt darf der Würzburger Brückenschoppen wieder unter Auflagen stattfinden. Das hat die Stadt kürzlich beschlossen, nachdem die betroffenen Gastwirte ein Hygienekonzept eingereicht hatten. Auf der Alten Mainbrücke werden nun für den Brückenschoppen Stehtische aufgestellt, an denen sich gemäß den Vorgaben des Freistaats Bewohner von zwei Haushalten aufhalten dürfen. Die Betreiber erwarten sich davon, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Der mittlere Teil der Brücke soll für Fußgänger und Radfahrer freigehalten werden.

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