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Teams der Gebirgsjägerbrigade 23, des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr Schnee räumen Schnee von Hausdächern im Berchtesgadener Land.
© Bundeswehr/Weber

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BR24 Redaktion
Joseph Röhmel
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Teams der Gebirgsjägerbrigade 23, des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr Schnee räumen Schnee von Hausdächern im Berchtesgadener Land.

Die Tourist-Information Aschau im Chiemgau meldet stolz: "Schon seit Freitagabend wird in Aschau bei der Klinik Sonnenbichl das Dach von Altschnee befreit. Einfach unbeschreiblich, welche großartige Arbeit die unzähligen freiwilligen Helfer geleistet haben. Ein Zusammenhalt, der unbezahlbar ist." Auch die Aschauer Postbotin Claudia ist trotz "schwerster Bedingungen" gut drauf.

Der Kampf mit dem schweren Schnee

Bayern kämpft mit dem Schneechaos. Großer Zusammenhalt ist sichtbar – nicht nur in Aschau. Die Feuerwehrwache 1 aus Freising hat 100 Helfer in den Landkreis Traunstein geschickt. Schon am Samstag schippen sie Schnee bis zum Einbruch der Dämmerung. Heute machen sie weiter. Die Freisinger wollen helfen solange sie gebraucht werden. Er sei "sehr stolz auf die Einsatzkräfte", sagt der Freisinger Landrat Josef Hauner.

Tausende Helfer sind im Einsatz. Besonders dramatisch ist die Lage in jenen Orten, wo der Katastrophenfall gilt: in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Traunstein, Garmisch-Partenkirchen und in Teilen des Berchtesgadener Lands.

Nürnberg und Erlangen etwa schickt mehr als 100 Feuerwehrleute. Sie schaufeln den mittlerweile feuchten und schweren Schnee von den Dächern. Diese drohen unter den gewaltigen Lasten einzustürzen. Auch die Bundeswehr unterstützt mit schwerem Gerät und Soldaten. Aus Baden Württemberg und Sachsen kommt das Technische Hilfswerk angerückt.

Kitz gerettet

Immer wieder sind diese Helfer auch als Retter gefordert. Am Riedbergpass etwa springt ein Rehkitz am Sonntagmorgen über die Straße und landet im Straßengraben. Das Tier kann sich nicht allein aus dem tiefen Schnee befreien. Feuerwehrmänner eilen zur Hilfe und ziehen das Tier aus dem Graben. Das Tier wurde inzwischen in den Wildpark Obermaiselstein gebracht. Dort wird nun untersucht, ob sich das Reh beim Sprung in den Straßengraben verletzt hat.

Priental fühlt sich alleingelassen

Bayern hält zusammen. Das spüren aber nicht alle. Im Priental am Chiemsee fühlt man sich alleine gelassen mit dem Schnee.

Im Ortsteil Innerwald stehen etwa 50 Häuser, auf denen er schon 1,50 bis zu zwei Meter hoch ist. Am Straßenrand ist der Schnee schon zu drei Meter hohen Bergen herangewachsen. In der Region erwartet man in der Nacht noch einmal riesige Massen an Neuschnee.

Einige Menschen sind beunruhigt und fragen sich, warum für das Priental im Landkreis Rosenheim kein Katastrophenfall ausgerufen wird – wie es bisher in vielen anderen Landkreisen geschah. Das Landratsamt Rosenheim weist den Vorwurf der Vernachlässigung zurück und beschwichtigt: Inzwischen seien 450 Einsatzkräfte im Raum Sachrang im Einsatz – von der Feuerwehr, der Bergwacht, dem Rettungsdienst und dem Technischem Hilfswerk.

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Dieses Rehkitz landete am Riedbergpass in einem Straßengraben. Die Feuerwehr konnte das Tier befreien.

Dieses Rehkitz landete am Riedbergpass in einem Straßengraben. Die Feuerwehr konnte das Tier befreien.

Die Aschauer Postbotin Claudia trotzt dem Schnee.

Die Aschauer Postbotin Claudia trotzt dem Schnee.