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Zur Rugby-WM in Japan: Neuer Verein in Zwiesel gegründet | BR24

© BR/Christian Riedl

Es ist nach Olympia und der Fußball-WM das drittgrößte Sportereignis der Welt - doch kaum einer kennt sie: die Rugby-WM, die in Japan begonnen hat. Ein paar Burschen aus Zwiesel fiebern mit - sie haben gerade einen Verein gegründet.

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Zur Rugby-WM in Japan: Neuer Verein in Zwiesel gegründet

Es ist nach Olympia und der Fußball-WM das drittgrößte Sportereignis der Welt - doch kaum einer kennt sie: die Rugby-WM, die in Japan begonnen hat. Ein paar Burschen aus Zwiesel fiebern mit - sie haben gerade einen Verein gegründet.

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Rugby statt Fußball: Der Ball in dieser Sportart ist nicht rund, sondern oval und erinnert an ein Ei. Einige junge Burschen aus Zwiesel (Lkr. Regen) sind Teil der neuen Rugby-Mannschaft im Bayerischen Wald, die erst vor drei Wochen gegründet worden ist. Somit gibt es in Niederbayern jetzt neben dem Passauer Verein noch einen weiteren Rugby-Verein.

Rugby-Trainer aus Südafrika in Zwiesel

Trainer in Zwiesel ist Rupert Rath: Er ist in Südafrika aufgewachsen - hier gehört Rugby zum Nationalsport. Rath hat in Düsseldorf sogar in der Bundesliga gespielt. Seine Leidenschaft für "das ovale Ei" hat er nie verloren. Im Bayerischen Wald hingegen muss diese Leidenschaft erst geweckt werden. Deshalb hat Rath zusammen mit dem TV Zwiesel eine Rugby-Mannschaft gegründet.

Den für Zwiesel noch neuen Mannschaftssport wollen die Verantwortlichen auch in den Schulen publik machen und eventuell Kooperationen im Sportunterricht ermöglichen. Unterstützt wird Rath dabei von einem Trainerteam, das wiederum beim Rugby Verband Bayern e.V. beheimatet ist.

Rugby, Raufbolde, Regeln

Für diejenigen, die Rugby nicht kennen, wirkt diese Sportart auf den ersten Blick wie eine wilde Balgerei. Das versteht Trainer Rath: "Wenn man die Sportart nicht kennt, dann sieht es tatsächlich so aus, als gebe es keine Regeln und als wäre es ein Spiel der Raufbolde. Aber es gibt klare Regeln, es ist sehr viel Disziplin gefragt. Es braucht ein bisschen Zeit, bis man die ganzen Regeln kennt."

"Kernige Waidler" mit Talent für Rugby

Zeit gibt er seinem neuen Team im Bayerischen Wald auch. Zehn junge Männer wagen sich an Rugby und kehren Fußball den Rücken. Erst einmal müssen sie für diesen intensiven, körperbetonten Sport Kondition und Kraft aufbauen und die Grundtechniken lernen. Beim Rugby wird beispielsweise der Ball nach hinten gepasst, nicht wie beim Fußball nach vorne.

"Talent haben wir auf jeden Fall. Die Waidler an sich sind eigentlich gemacht für diese Sportart - die sind kernig, die sind drahtig. Das ist, was Rugbyspieler brauchen, die müssen Durchsetzungsvermögen haben und das haben die Waidler. Ich weiß auch nicht, warum diese Sportart hier noch nicht angekommen ist." Trainer Rupert Rath

William Webb Ellis als Rugby-Erfinder

Nicht nur in Südafrika, sondern auch in Australien, Neuseeland, Frankreich und in Großbritannien ist Rugby Nationalsport. In England, in der Stadt Rugby, wurde der Sport vor fast 200 Jahren erfunden, wie Rath erzählt: "Webb Ellis, der beim Fußballspielen keine Lust mehr auf dieses Rumgetrete hatte, hat den Ball einfach aufgehoben und hat den Ball quasi ins Tor getragen. Bei der Weltmeisterschaft geht es auch um den Webb Ellis Cup."

Eine deutsche Mannschaft hat bisher noch nie um diesen Pokal kämpfen dürfen - aber wer weiß: Vielleicht können sich die Zwiesler Neu-Rugby-Spieler in den kommenden sechs WM-Wochen etwas abschauen.