Schwere Erntemaschine auf einem Maisfeld
Bildrechte: BR/ Frank Strerath

Siebeneinhalb Meter in der Breite misst der Maishäcksler, das kann auf den Wegen gefährlich werden für Fußgänger.

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Zur Erntezeit: Vorsicht auf Feldwegen vor schweren Maschinen

Gerade in der Erntezeit sind schwere Maschinen im Einsatz. Die jetzt beginnende Maisernte mit Häckslern und Schleppern ist gefährlich – besonders für Fußgänger und Fahrradfahrer auf Flurwegen. Landwirte bitten um mehr Aufmerksamkeit.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Auf einer Breite von 7,50 Metern frisst sich die Maiskralle des Häckslers durch das Maisfeld. Die rotierenden Schneidewerkzeuge schaffen zehn Reihen auf einmal. In der Erntezeit sind Lohnunternehmen wie die Firma Riegel aus Ansbach für die Landwirte der Region unterwegs. Die Ernteprofis schneiden mit großem Gerät den Mais vom Feld.

Auch bei Landwirt Hans Scheuerlein im Bechhofener Ortsteil Königshofen. Er hat die Spezialisten beauftragt, schon jetzt einen Teil seiner Maisfelder abzuernten. Denn seine Silos sind so gut wie leer. Das letzte Jahr war kein gutes Jahr für den Mais. "Deswegen haben wir jetzt damit angefangen, den Mais zu häckseln, der muss ja noch mindestens acht Tage liegen, bevor wir ihn verfüttern können", erklärt Landwirt Hans Scheuerlein.

Trockenheit 2022 sorgt für miese Maisernte

Im vergangenen Jahr stand der Mais zu niedrig, wegen der Trockenheit sind die Erträge sehr gering. Dieses Jahr ist deutlich besser, aber immer noch nicht richtig gut. Denn die Qualität auf den Feldern sei sehr unterschiedlich, erklärt Rainer Weiß, Geschäftsführer des Bauernverbands Ansbach. "Ein normales Jahr, mit ordentlichen Erträgen, etwas unter dem Durchschnitt, aber ein ordentlicher Bestand", resümiert er.

Ernte muss zügig eingebracht werden

Auf den Feldern bei Bechhofen stimmt die Qualität, der Kolben sei schon gut ausgeprägt, stellt Maschinenführer Benjamin Riegel fest. Daher lohnt es sich durchaus, schon jetzt einen Teil der Felder abzuernten. Die heiße Phase beginnt in ein, zwei Wochen. Dann herrscht bis Mitte Oktober Hochbetrieb auf den Feldern, manchmal von sieben bis 22 Uhr, wenn es das Wetter zulässt. Die Landwirte hoffen da auf Verständnis bei den Anwohnern, die Ernte müsse eingeholt werden.

Rücksicht auf den Rad- und Wanderwegen

Nicht nur auf dem Feld, auch auf den Wegen kann es unter Umständen eng werden. Auch hier bitten die Landwirte um Rücksicht – gerade bei Fußgängern oder Fahrradfahrern. Die seien sich nicht immer bewusst, dass der vermeintliche Fahrradweg auch eine Flurstraße ist. Viele dieser Wege sind erst im Rahmen der Flurbereinigung geschaffen worden und erst im Nachhinein zusätzlich auch zu einem Wander- oder Fahrradweg geworden, erinnert sich Landwirt Hans Scheuerlein. Und nicht auf allen Wegen gilt automatisch Rechts vor Links, erklärt Marc Siegl von der Polizeidirektion Mittelfranken, "das gilt nur auf offiziellen Straßen" – und nicht jeder Flurweg ist als solcher ausgewiesen. "Hier gilt dann gegenseitige Rücksichtnahme", das sei sowieso immer zu empfehlen, so der Beamte.

Spezielle Schulungen auf den großen Fahrzeugen

Für Benjamin Riegel und sein Team beginnt nun die heiße Zeit – sie ernten die Felder im Umkreis von rund 20 Kilometern als sogenanntes Lohnunternehmen für die Landwirte ab. In den kommenden Wochen sind die schweren Fahrzeuge auf den Feldwegen und auch in den Ortschaften verstärkt unterwegs. Die Landwirte bitten daher um besondere Aufmerksamkeit. Sie haben zwar sogar spezielle Schulungen hinter sich, um in der Erntezeit sich und andere möglichst wenig zu gefährden – trotzdem hilft es, wenn alle ein wenig aufmerksamer sind und Rücksicht aufeinander nehmen.

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