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Zum Fasching: Polizei warnt E-Scooter-Fahrer vor Promillegrenze | BR24

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Seit etwas mehr als einem halben Jahr darf man in München mit E-Scootern unterwegs sein. Und seit dieser Zeit, seit Juli 2019, haben in der Stadt sehr viele Menschen ihren Auto-Führerschein abgeben müssen. Hier besteht durchaus ein Zusammenhang!

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Zum Fasching: Polizei warnt E-Scooter-Fahrer vor Promillegrenze

Seit etwas mehr als einem halben Jahr darf man in München mit E-Scootern unterwegs sein. Und seit dieser Zeit, seit Juli 2019, haben in der Stadt sehr viele Menschen ihren Auto-Führerschein abgeben müssen. Hier besteht durchaus ein Zusammenhang!

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Offenbar steigt bei vielen die Lust, wenn sie getrunken haben, einen E-Scooter zu besteigen und geschmeidig auf dem Radweg heim zu rollen. Das kann jedoch ins Auge gehen. Auf dem Elektroroller gilt nämlich die gleiche Promillegrenze wie im Auto.

"Ich weiß, dass man nicht zu zweit fahren darf, dann darf man eventuell nicht telefonieren, und auf dem Bürgersteig, darf man, ich weiß es gar nicht?" Meinung über Regeln beim Elektro-Roller-Fahren
"Ich schätz mal, wie beim Fahrradfahren, so ungefähr, oder? Ich weiß nur, dass man glaub ich nicht besoffen fahren darf, weil da viele schon den Führerschein verloren haben, und dass man nur alleine drauf darf." Meinung über Regeln beim Elektro-Roller-Fahren

Naja, so schlecht ist das doch gar nicht, was die Münchner übers richtige E-Scooter-Fahren wissen. Nicht alles ist richtig, aber die Basics stimmen schon mal.

An Fasching dürften die E-Scooter besonders gefragt sein

Aber zuerst nochmal die Fakten. Seit Juli 2019 darf man mit E-Scootern in München herumfahren. Die Stadt ist voll von den Rollern, an jeder Ecke stehen sie, manchmal auch im Weg, sie leuchten bunt und werden gern benutzt. Am Faschingswochenende könnten sie wieder besonders beliebt sein: Sie sind schnell, man kommt mit ihnen fast überall durch und wenn man sie nicht mehr braucht, lässt man sie einfach stehen.

1.800 Führerscheine von E-Scooter-Fahrern gingen schon weg

Aber so einfach ist es dann wohl doch nicht. Denn nicht alle E-Scooter-Fahrer kennen die Regeln. Das führt dazu, dass die Polizei im Jahr 2019 bereits 1.800 Rollerfahrern ihren Führerschein fürs Auto abgenommen hat – meist wegen "folgenloser Trunkenheitsfahrt". Polizeisprecher Werner Kraus erklärt, was damit gemeint ist.

"Das heißt, dass ich mich mit einem Fahrzeug im Straßenverkehr bewege und ich nicht fahrfähig bin, das heißt ich bin alkoholisiert. Solange nichts weiter passiert, bin ich ab 0,5 Promille in der Ordnungswidrigkeit, ab 1,1 Promille bin ich in der Straftat." Werner Kraus, Polizeisprecher

Betrunken auf dem E-Scooter fahren ist nämlich genauso verboten wie betrunken Auto fahren, es gelten sogar die gleichen Promillegrenzen. Der E-Roller gilt nicht als Fahrrad, sondern als Kraftfahrzeug, weil er nicht mit Muskelkraft, sondern mit einem Motor angetrieben wird.

Wer betrunken auf dem Scooter erwischt wird, zahlt mindestens 500 Euro, bekommt mindestens zwei Punkte in Flensburg und muss mindestens einen Monat den Führerschein abgeben. Die Scooter-Fahrer wissen darüber einfach nicht gut genug Bescheid, glaubt Werner Kraus. Er vermutet, "dass es wohl an der fehlenden Information liegt, wir haben gerade auch sehr viele Touristen in München, ich denke einfach, dass es die Unwissenheit ist, man sieht den E-Scooter da stehen, man denkt sich, tolle Sache, da komm ich schneller von A nach B und dann nehm den gleich mal her." Für diese Spontaneität zahlt dann mancher mit seinem "Lappen".

Wer an seinem Führerschein hängt, besser folgendes bedenkt:

Deshalb erklärt für alle Faschingsfahrer, die mit dem E-Scooter unterwegs sein wollen, Werner Kraus noch einmal die wichtigsten Regeln.

"Ich muss den E-Scooter behandeln wie ein Kraftfahrzeug. Das heißt, ich darf nicht auf Gehwegen fahren, ich darf nicht durch Fußgängerzonen fahren, ich darf nicht zu zweit drauf fahren, sondern immer nur alleine. Ich muss die Radwege benutzen oder wenn's nicht anders geht, die Straße benutzen. Definitiv niemals, wenn ich Alkohol getrunken habe auf einen E-Scooter steigen, das ist auch so eine ganz klare Regelung, wenn ich mich an das alles halte, habe ich schon sehr viel dabei." Werner Kraus, Polizeisprecher

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