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Zum "Tag der Ersten Hilfe": Helfen in Zeiten von Corona | BR24

© dpa-Bildfunk

Symbolbild Erste Hilfe

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    Zum "Tag der Ersten Hilfe": Helfen in Zeiten von Corona

    Abstand halten: Das ist zurzeit die Maßgabe im Umgang mit Fremden. Doch was, wenn ein anderer Mensch Erste Hilfe benötigt? Was jeder tun kann - und warum Angst vor einer Infektion dabei keine große Rolle spielen darf.

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    Erste Hilfe in Zeiten von Corona: Da machen sich viele Sorgen, wie man sich richtig verhält. Schließlich will man eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus vermeiden. Das BRK in München klärt auf.

    Ein Unfall - Erste Hilfe tut not, bloß wie?

    Es ist eine Situation, wie sie jedem passieren kann: Auf dem Weg zum Supermarkt ereignet sich ein Unfall. Eine Radfahrerin ist in die Straßenbahnschienen gekommen, gestürzt und liegt nun reglos am Boden. Sie braucht Erste Hilfe. Aber was tun in Zeiten von Corona, auch in Sachen Selbstschutz?

    Corona ändert nichts an der Pflicht, Erste Hilfe zu leisten

    Michael Hoheisel vom Bayerischen Roten Kreuz in München gibt regelmäßig Kurse in Erster Hilfe. Er stellt klar: "Im Endeffekt hat sich aufgrund der Krise nicht viel verändert. Ich bin also immer noch verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten." Denn laut Strafgesetzbuch ist jeder in Deutschland dazu verpflichtet – schließlich geht es um ein Menschenleben und dabei zählt jede Sekunde."

    Je früher die Hilfe einsetzt, desto besser.

    Risikopatienten müssen wenigstens den Notarzt rufen

    Wer beispielsweise Risikopatient ist und Angst hat, sich mit dem Virus anzustecken, der muss mindestens den Notarzt rufen – in Deutschland ist die Notrufnummer hierfür die 112. Bis zu dessen Ankunft sollte der Ersthelfer an der Notfallstelle warten – und das geht auch in einem größeren Abstand.

    "Letzten Endes handle ich nach meinen eigenen Fähigkeiten und reagiere so, wie ich es kann. Das ist meine eigene Entscheidung." Michael Hoheisel, BRK

    "Wer sich traut, sich der Person zu nähern und Erste Hilfe zu leisten, sollte zuerst versuchen, diese anzusprechen: 'Hallo, hören Sie mich? Hallo?'", sagt Michael Hoheisel. Reagiere die Person dann immer noch nicht, empfiehlt er, diese sanft zu schütteln, beispielsweise an der Schulter.

    Atmung der verletzten Person muss kontrolliert werden

    Bleibt die Person nicht ansprechbar, sollte ihre Atmung kontrolliert werden. "Normalerweise überstrecke ich hierfür den Kopf, und gehe dann mit dem Ohr ganz nah an den Mund der Person, um die Atmung zu hören", so Hoheisel. Wer mit dem eigenen Gesicht nicht ganz so nah an das des anderen möchte, könne auch versuchen, den Brustkorb zu beobachten.

    Wenn Person nicht atmet, zuerst den Notruf wählen

    Danach gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen – je nachdem, ob die Person atmet oder nicht. Atmet die Person, sollte sie sofort in die stabile Seitenlage gebracht werden – aus Schutz vor dem Ersticken. Erst danach empfiehlt es sich, die 112 zu wählen.

    Herz-Lungen-Wiederbelebung, bis Notarzt da ist

    Atmet die Person nicht, sollte zuerst der Notruf gewählt werden – um danach die Person zu reanimieren. "Zuerst die Kleidung öffnen und dann ein paar Zentimeter über dem Brustbein mit gestreckten Armen drücken". Für das Tempo kann es helfen, innerlich den Song "Staying Alive" zu summen. 30 mal drücken, danach zwei mal beatmen, so Hoheisels Rat.

    "Wer nicht beatmen möchte, sollte – sofern man es körperlich durchhält - drücken, bis der Notarzt da ist." Michael Hoheisel, BRK

    Die Pflicht zur Ersten Hilfe bedeutet also: mindestens einen Notruf absetzen - und danach das tun, was man sich selbst zutraut. Und das gilt immer, nicht nur in Zeiten von Corona.

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