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Zum 250. Mal: Split-Lebertransplantation am UKR | BR24

© UKR/Vincent Schmucker

Das interdisziplinäre Team, bestehend aus Chirurgie, Anästhesisten, Internisten und Pädiatern zusammen mit den beiden transplantierten Patienten.

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    Zum 250. Mal: Split-Lebertransplantation am UKR

    Am Universitätsklinikum Regensburg haben Spezialisten einem Kleinkind und einem Erwachsenen eine Leber transplantiert - das Besondere: die Ärzte hatten nur ein Spenderorgan zur Verfügung. Insgesamt war es die 250. Operation dieser Art am UKR.

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    Am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) haben Chirurgen Mitte Juni zum 250. Mal erfolgreich eine sogenannte Split-Lebertransplantation durchgeführt. Das gab das UKR bekannt. Dabei wurden einem Kleinkind und einem Frau erfolgreich eine Leber transplantiert. Die Ärzte hatten nur ein Spenderorgan zur Verfügung. Das UKR spricht von einem Meilenstein für seine Mediziner.

    Aufwendige Operation

    "Der Aufwand ist sehr groß, aber es ist schön zu sehen, dass wir mit einem Spenderorgan zwei Patienten helfen können", Stefan Brunner, stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Chirurgie des UKR in einer Pressemitteilung zitiert.

    Bei einer Split-Lebertransplantation wird eine Spenderleber von Chirurgen geteilt. Der kleinere Leberanteil ist für ein Kind, er größere Leberanteil für einen erwachsenen Patienten bestimmt. Parallel zur Teilung des Spenderorgans werden von Chirurgen bei den jeweiligen Empfängern der Transplantate die erkrankten Lebern entfernt. Insgesamt dauert die Transplantation der Teillebern vier bis sechs Stunden. Auch der sechs Monate alte Lucca Eliah und eine Frau erhielten so ihr neues Spenderorgan.

    Operationen nicht im Voraus planbar

    Eine schnelle Reaktion ist in der Transplantationschirurgie ausschlaggebend: die Operationen sind nicht im Voraus planbar, weil unklar ist, wann eine passende Spenderleber zur Verfügung steht. Spezialisierte Fachkräfte müssen zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung stehen. Die Patienten müssen auf die Operation vorbereitet werden, gleiches gilt für die Spenderleber.

    "Nur ein fein abgestimmtes Zusammenspiel der verschiedenen medizinischen Disziplinen ermöglicht es, diese Eingriffe so präzise und auch erfolgreich durchzuführen." Hans Jürgen Schlitt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Chirurgie des UKR

    Verfahren nur an wenigen deutschen Kliniken Standard

    Das Verfahren gehört laut dem UKR nur an sehr wenigen Kliniken in Deutschland zum medizinischen Standard. Wegen des Organmangels in Deutschland sei es jedoch wichtig, um mit den zur Verfügung stehenden Spenderorganen vielen Patienten helfen zu können.

    Die Leber ist für die Entgiftung des Körpers zuständig. Wenn ihre Funktion gestört ist, können lebenswichtige Stoffe, die zum Beispiel für die Blutgerinnung verantwortlich sind, nicht mehr gebildet werden. Bei einem Leberversagen ist eine Lebertransplantation oftmals die einzige Möglichkeit einer Behandlung.

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