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Zum 100. Geburtstag von Max Mannheimer: "Er fehlt einfach" | BR24

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Am 6. Februar wäre Max Mannheimer 100 Jahre alt geworden. Er überlebte die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Dachau. Bis zu seinem Tod vor drei Jahren berichtete er unermüdlich von den Verbrechen der Nationalsozialisten.

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Zum 100. Geburtstag von Max Mannheimer: "Er fehlt einfach"

Am 6. Februar wäre Max Mannheimer 100 Jahre alt geworden. Er überlebte die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Dachau. Bis zu seinem Tod vor drei Jahren berichtete er unermüdlich von den Verbrechen der Nationalsozialisten.

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Max Mannheimer hatte ein beinahe fotografisches Gedächtnis - ein Glücksfall für die nachfolgenden Generationen, denen Mannheimer in Vorträgen und Zeitzeugengesprächen vom Massenmord an den europäischen Juden berichten konnte.

Für ihn selbst war sein Gedächtnis eher ein Fluch. Denn er konnte nichts vergessen: die Deportation, die Lager, den Mord der Deutschen an seinen Eltern, Geschwistern und seiner Ehefrau. Mannheimer überlebte.

Mannheimer überlebte mehrere KZ

Nach einer Odyssee, die ihn von Theresienstadt über Auschwitz und Warschau bis ins Dachauer KZ-Außenlager in Mühldorf führte, befreite ihn die US-Army am 30. April 1945 nahe Tutzing am Starnberger See. Dass er trotz allem in Deutschland wohnen blieb, verdankte sich der Liebe zur deutschen Widerstandskämpferin Elfriede Eiselt.

Trotz allem ein humorvoller Mensch

Unermüdlich engagierte sich Mannheimer in der Erinnerungsarbeit, insbesondere in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Deren Leiterin Gabriele Hammermann hat ihn vor allem als sehr humorvollen Menschen in Erinnerung: "Wir haben sehr viel zusammen gelacht. Und er hatte unglaublich viele Sprachen parat. Dass er so schnell mit so vielen Gruppen in Kontakt kam, dass hat diesem Ort sehr gut getan", so Hammermann. "Er fehlt einfach."

Vielfach geehrt und ausgezeichnet

Bis zu seinem Tod am 23. September 2016 erhielt Max Mannheimer zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen. Inzwischen sind nach ihm Schulen, Gemeinde- und Jugendbegegnungshäuser, Straßen, Plätze und Kulturtage benannt - in München, Dachau, Poing, Grafing, Garching und Bad Aibling, wo noch bis zum 10. März Veranstaltungen unter dem Titel "Max Mannheimer Kulturtage" stattfinden.

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