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Zum 100. Geburtstag: Ausstellung zu Max Mannheimer in Mühldorf | BR24

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Einer unserer bekanntesten Zeitzeugen aus der Zeit des Dritten Reichs war Max Mannheimer. Er wäre in diesem Jahr 100 geworden. Jetzt wurde eine Max-Mannheimer-Sonderausstellung in Mühldorf eröffnet. 

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Zum 100. Geburtstag: Ausstellung zu Max Mannheimer in Mühldorf

Max Mannheimer, einer unserer bekanntesten Zeitzeugen aus der Zeit des Dritten Reichs, wäre in diesem Jahr 100 geworden. Ihm zu Ehren wurde nun in Mühldorf am Inn eine Sonderausstellung mit Exponaten des Künstlers Mannheimer eröffnet.

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Einer unserer bekanntesten Zeitzeugen aus der Zeit des Dritten Reichs war Max Mannheimer. Er wäre in diesem Jahr 100 geworden. 2016 ist er in München gestorben. 1945 war er (ab Februar) die letzten Monate bis zur Befreiung im KZ-Außenlager Mühldorf-Mettenheim. Er setzte sich zu Lebzeiten für die Gedenkstätten im Mühldorfer Hart und Mettenheimer Forst ein.

Mannheimer blieb Mühldorf für immer verbunden, er kam bis zu seinem Tod immer wieder her – als Zeitzeuge, aber auch als Freund. Die Stadt diskutiert seit Langem, die Mühldorfer Mittelschule nach Mannheimer zu benennen. Bis heute hat das aus mehreren Gründen nicht funktioniert. Jetzt wurde aber eine Max-Mannheimer-Sonderausstellung in Mühldorf eröffnet. 

Der Künstler Max Mannheimer

Max Mannheimer war nicht nur eine der bedeutendsten Stimmen für das Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, er war auch Künstler. Seit den 50er-Jahren malte der Holocaust-Überlebende, um seine Vergangenheit zu verarbeiten. Neun seiner Gemälde – fast alle gehören zur abstrakten Kunst – hängen nun in einem Ort, dem er sehr verbunden war, sagt Korbinian Engelmann, der seit Anfang des Jahres das Museum Mühldorf am Inn leitet: "Die Geschichte Max Mannheimers ist stark mit Mühldorf verbunden, er war hier im KZ-Außenlager-Komplex inhaftiert und die Geschichte Mühldorfs ist auch stark mit Max Mannheimer verbunden."

Sonderausstellung und Dauerausstellung in Mühldorf

Einerseits, weil er hier Häftling gewesen sei und andererseits aufgrund seines Engagements mit den SchülerInnen, mit den Gedenkorten. "Aber auch hier diese Ausstellung wäre in dieser Form nicht da, wenn er nicht im Landkreis aktiv gewesen wäre", sagt Engelmann. Gemeint ist die Dauerausstellung "Alltag, Rüstung, Vernichtung – der Landkreis Mühldorf im Nationalsozialismus", die Mannheimer noch zu Lebzeiten initiiert hat.

Direkt darin hängen nun seine eigenen Gemälde. Sie wirken wie Farbexplosionen zwischen den schwarz-weißen Exponaten der Dauerausstellung. Die neue Sonderausstellung "Die Kunst eines Zeitzeugen – zum 100. Geburtstag von Max Mannheimer" hängt bis 15. Januar 2021 im Haberkasten.

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Exponat mit Zitat von Max Mannheimer

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Eröffnung im kleinen Rahmen mit Enkeltochter Judith Faessler als Rednerin

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Exponat von Max Mannheimer

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Holztafel mit Bild in der Max Mannheimer-Ausstellung in Mühldorf

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Max Mannheimer, der KZ-Überlebende, hielt bis zu seinem Tod vor knapp vier Jahren Vorträge in Schulen oder bei der Bundeswehr. Als Zeitzeuge - wie er sagte - nicht als Richter oder Ankläger.