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Zukunft des verurteilten Kämmerers von Herzogenaurach noch offen | BR24

© Helmut Fischer

Herzogenaurach – derzeit wird dort diskutiert, ob und wie der Kämmerer nach seiner Verurteilung noch weiter bei der Stadt arbeiten wird.

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    Zukunft des verurteilten Kämmerers von Herzogenaurach noch offen

    Kann der Kämmerer von Herzogenaurach nach seiner Verurteilung im Amt bleiben oder nicht? Diese Frage wird vor Ort und in den sozialen Medien bereits heftig diskutiert.

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    Manfred H. - im Hauptberuf Kämmerer von Herzogenaurach - war am Donnerstag (15.10.20) vom Landgericht Nürnberg-Fürth zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden, weil er Gelder in seiner Position als Geschäftsführer eines Zweckverbandes veruntreut hat. Seine Zukunft in der Herzogenauracher Stadtverwaltung wird derzeit diskutiert und ist noch offen.

    Fall an Landesanwaltschaft übergeben

    Herzogenaurachs Erster Bürgermeister German Hacker (SPD) gibt sich im Gespräch mit dem BR abwartend: Man habe den Fall zur Bewertung an die Landesanwaltschaft Bayern übergeben. Diese wartet auf die Überstellung eines rechtskräftigen Urteils. Hacker erklärte weiter, dem 57-jährigen Beamten könne nicht einfach gekündigt werden. Die Landesanwaltschaft müsse nun klären, ob und wenn ja welche disziplinarischen Konsequenzen das Rechtsurteil habe. Vorstellbar wäre beispielsweise eine Degradierung oder Gehaltskürzung. Eine kurzfristige Zuweisung neuer Aufgaben innerhalb der Stadtverwaltung sei laut Hacker auch nicht möglich, da der Kämmerer in der Gehaltsgruppe A 14 beschäftigt ist und die Stadt als Mittelzentrum über keine vergleichbaren freien Stellen verfüge.

    "Das Verhältnis zu unserem Kämmerer ist auch nicht zerrüttet, aber seine Vertrauenswürdigkeit ist dadurch natürlich in Frage gestellt." German Hacker (SPD), Erster Bürgermeister von Herzogenaurach

    Nach der Stellungnahme der Landesanwaltschaft müsse der Stadtrat bewerten, wie weiter verfahren werden soll. Nach Angaben von Hacker belastet der Fall aber die gesamte Stadtverwaltung, da sie sich zum Beispiel in den sozialen Netzwerken mit harten Angriffen konfrontiert sehe.

    Hacker: "Deutlicher Schuss vor den Bug"

    Manfred H. war gestern zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten auf Bewährung sowie einer Bewährungsauflage von 5.000 Euro verurteilt worden. Dieses versteht Hacker als "deutlichen Schuss vor den Bug" für seinen Mitarbeiter. Bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten oder mehr wäre das Beamtenverhältnis automatisch beendet worden, "offenbar wollte man gerade nicht, dass es zu einer Entlassung kommt", so Hacker.

    Untreue in 21 Fällen

    Der Angeklagte hatte bei der Gerichtsverhandlung zugegeben, als Geschäftsführer eines Zweckverbandes zur Müllentsorgung mit Sitz in Schwabach 21 Mal Geld ohne Rechtsgrundlage an sich selbst ausgezahlt zu haben. Von Dezember 2012 bis Juni 2015 wurden die Buchungen in den Firmenakten als "Erstattung Verwaltungsleistungen" bezeichnet, um die Vorgänge zu verschleiern. Insgesamt überwies der Angeklagte auf diesem Weg mehr als 54.000 Euro auf sein Privatkonto. Das veruntreute Geld hatte Manfred H. bereits vor einiger Zeit zurückgezahlt.

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