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Zugebaute Städte: Münchner haben am wenigsten Platz zum Leben | BR24

© Felix Lincke / BR

München am meisten verdichtet von allen deutschen Städten

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Zugebaute Städte: Münchner haben am wenigsten Platz zum Leben

Trotz Isarauen und Englischem Garten steht den Münchnern am wenigsten Platz zum Leben zur Verfügung. Das Statistische Bundesamt listet im Online-Atlas erstmals die Flächennutzung bayerischer Gemeinden auf. Das Resultat: Es gibt extreme Unterschiede.

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Die hohen Mieten und Immobilienpreise in München haben auch eine ganz natürliche Ursache. Die bayerische Landeshauptstadt ist im bundesweiten Vergleich am meisten verdichtet: Auf jeden Einwohner kam 2017 im Schnitt nur eine Siedlungs- und Verkehrsfläche von 159 Quadratmetern. Auf dieser Fläche müssen sich Aktivitäten wie Wohnen, Arbeiten und Mobilität abspielen. Das ist deutschlandweit die niedrigste Flächeninanspruchnahme pro Kopf, so das Statistische Bundesamt.

Beengte Verhältnisse in Großstädten

Mehr als 70 Prozent der gesamten Fläche im Münchner Stadtgebiet ist mit Gebäuden oder Straßen zugebaut. Ähnlich beengte Verhältnisse gibt es sonst nur in Berlin und in Teilen des Ruhrgebiets. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, hat der Siedlungsdruck in Berlin und München damit am stärksten zugenommen. In Frankfurt und Stuttgart, wo man es vielleicht eher erwarten würde, bewegen sich die Siedlungs- und Verkehrsflächen zwischen 50 und 70 Prozent. In Bayern trifft das auch für Nürnberg und Regensburg sowie für Bamberg und Schweinfurt zu.

Raum zur weiteren Entwicklung ist rar

Mit dem neuen Online-Atlas wird erstmals auch die Flächennutzung auf Gemeindeebene in Kartenform abgebildet. So zeigt sich, dass auch im Umland von München freie Flächen rar sind. Viel Raum zur weiteren Entwicklung haben dagegen Augsburg und Würzburg. Dort bestehen auf dem Stadtgebiet noch viele Möglichkeiten zum Bau von Wohnungen oder zur Ansiedlung von Gewerbe und Dienstleistungen.

Große Unterschiede in Deutschland

Die einzelnen Karten des Statistischen Bundesamtes zeigen die Vielfalt der Bundesländer: Die tausend Gemeinden mit der bundesweit höchsten Flächeninanspruchnahme für Siedlung und Verkehr weisen Werte von 2.544 und mehr Quadratmetern pro Kopf auf. Hingegen liegen die tausend Gemeinden mit der bundesweit niedrigsten Pro-Kopf-Flächeninanspruchnahme bei Werten zwischen 159 und 485 Quadratmetern.

Sechs der zehn waldreichsten Gemeinden liegen in Rheinland-Pfalz. Diese Gemeinden weisen alle einen Waldflächenanteil von 90 Prozent und mehr auf. Die bundesweit höchsten Anteile an landwirtschaftlichen Flächen weisen Gemeinden in Thüringen und Schleswig-Holstein mit 93 Prozent und mehr auf.